TOP Bekämpfung der SARS-Cov2-Pandemie

Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder
haben am 28. Oktober einschneidende und befristete Maßnahmen für den November
beschlossen, um die erheblich angestiegenen Corona-Infektionszahlen in Deutschland
einzudämmen und damit auch schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu
verhindern. Damit sollte zudem eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindert
werden, denn Krankenhäuser kommen vor allem auf den Intensivstationen durch die
steigenden Zahlen schwererkrankter Corona-Patienten an Grenzen.

Am 16. November wurde bei einer weiteren Videokonferenz der Bundeskanzlerin und
der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vereinbart, am
25. November vor dem Hintergrund weiterer Erkenntnisse konkrete
Schlussfolgerungen zu ziehen und weitergehende Vereinbarungen für die
Wintermonate vorzustellen.

Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder
sind dankbar für die große Solidarität und das besonnene Verhalten der Bürgerinnen
und Bürger, die diesen Weg bisher gemeinschaftlich und unter großer Rücksichtnahme
mitgegangen sind, trotz der damit verbundenen tiefen Einschnitte im alltäglichen
Leben. Durch diese Einsatzbereitschaft und Eigenverantwortung und das Vertrauen in
die Maßnahmen ist bislang viel erreicht worden.

Die getroffenen Maßnahmen zeigen inzwischen erste Wirkung. Zwar ist die Anzahl der
intensivmedizinisch behandelten COVID-19-Fälle weiter angestiegen, aber die

exponentielle Anstiegskurve konnte abgeflacht werden. Das ist ein Erfolg, denn es
zeigt, dass die getroffenen Maßnahmen greifen. In vielen Teilen unseres Landes
stagniert der Anstieg der 7-Tage-Inzidenz oder ist teilweise sogar bereits rückläufig.

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung hat nach jüngsten Erkenntnissen aus
den ermittelten Daten feststellen können, dass durch die Maßnahmen, die nun seit drei
Wochen in Kraft sind, die Kontakte um 40 Prozent reduziert worden sind. Dies hat das
exponentielle Wachstum gebremst. Doch auch wenn sich die Zahlen auf hohem Niveau
stabilisieren, kann längst keine Entwarnung gegeben werden. Denn nach wie vor sind
die Infektionszahlen vielerorts zu hoch. Die erhoffte Trendwende konnte im November
noch nicht erreicht werden, bisher ist lediglich ein „Seitwärtstrend“ zu beobachten. Am
20. November verzeichnete das Robert-Koch-Institut (RKI) für Deutschland einen
neuen Höchstwert: 23.648 Neuinfektionen wurden von den Gesundheitsämtern binnen
24 Stunden an das RKI gemeldet. Damit ist das eigentliche Ziel einer deutlichen
Reduktion der Neuinfektionen bisher nicht erreicht.

Vor diesem Hintergrund können die am 28. Oktober getroffenen Maßnahmen noch
nicht aufgehoben werden. Ein Wert von 50 Infektionen pro 100 000 Einwohnern, der
zudem auch eine Kontaktverfolgung gewährleistet, ist noch nicht erreicht und gilt
weiterhin wie in §28a InfSchG vorgesehen als Orientierungsmarke bei Entscheidungen
für Lockerungen. Für die Beurteilung aller Aspekte der Pandemie werden weitere
Indikatoren zur Überlastung des Gesundheitssystems sowie solche, die zusätzliche
Aussagen insbesondere zur Infektionsdynamik ermöglichen, wie der R-Wert oder die
Verdopplungszeit, herangezogen.

Es ist daher weiterhin dringend erforderlich, alle nicht notwendigen Kontakte unbedingt
zu vermeiden und dort, wo Begegnungen stattfinden, die AHA+AL Regeln (Abstand,
Hygienemaßnahmen, Alltagsmasken, CoronaWarnApp, Lüften) stets einzuhalten.

Bund und Länder sind sich darüber einig, dass der Präsenzunterricht an Schulen bei
diesen Entscheidungen weiterhin höchste Priorität hat. Das Recht auf Bildung kann am
besten durch Lernen und Lehren in Präsenz gewährleistet werden. Das gilt für die
Jüngeren, die noch wenig Schul- und Lernerfahrung haben, genauso wie für ältere

Schülerinnen und Schüler, die in Kürze ihre Abschlüsse absolvieren. Schule ist ein Ort
des Lernens, aber auch ein Ort des sozialen Miteinanders. Bund und Länder wollen
deshalb so lange wie möglich am Unterricht vor Ort festhalten und haben gleichzeitig
den Infektions- und Gesundheitsschutz im Blick. Andere Unterrichtsmodelle
insbesondere für ältere Schülerinnen und Schüler sind anzuwenden, wenn das
regionale Infektionsgeschehen beziehungsweise das Infektionsgeschehen vor Ort das
gebietet.

Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder
bitten vor dem Hintergrund der kommenden Advents- und Weihnachtszeit die
Bürgerinnen und Bürger, auch noch über den November hinaus die Schutzmaßnahmen
solidarisch mitzutragen, um die Pandemie weiter einzudämmen und die Gesundheit
und das Leben der Mitmenschen zu schützen. Sie sind sich bewusst, dass die
Einschränkungen in Kultur, Freizeit, Gesellschaft, Wirtschaft, Tourismus und im
privaten Bereich für die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland gravierend sind. Um
Kontakte auch weiterhin zu reduzieren, sind sie aber unausweichlich. Alle Beteiligten
wissen, dass sie den Bürgerinnen und Bürgern mit diesen Maßnahmen viel
abverlangen – privat, sozial und beruflich – und dass Disziplin und Geduld in diesem
Winter auf eine harte Probe gestellt werden.

Die Einschränkungen werden befristet und abhängig vom Infektionsgeschehen sein.
Der gezielte Einsatz von Schnelltests und der hoffentlich bald zur Verfügung stehende
Impfstoff geben zudem Hoffnung und Zuversicht auf eine Normalisierung.

Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder
fassen folgenden Beschluss:

1. Da deutschlandweit noch nicht das notwendige Niveau erreicht wurde, um
dauerhaft eine Überlastung des Gesundheitssystems abzuwenden sowie eine
vollständige Kontaktnachverfolgung zu gewährleisten, bedarf es einer erneuten
gemeinsamen Kraftanstrengung.

Alle Bürgerinnen und Bürger bleiben aufgerufen, jeden nicht notwendigen
Kontakt zu vermeiden und möglichst zu Hause zu bleiben. Auch alle nicht
zwingend erforderlichen beruflichen und privaten Reisen, insbesondere
touristische Reisen auch ins Ausland unter anderem in Hinblick auf die Skisaison
sind zu vermeiden. Die Bundesregierung wird gebeten, auf europäischer Ebene
darauf hinzuwirken, dass bis zum 10. Januar Skitourismus nicht zugelassen wird.
Zur weiteren Vermeidung von Kontakten werden die Arbeitgeberinnen und
Arbeitgeber gebeten, unbürokratisch Home-Office für ihre Beschäftigten zu
ermöglichen.

Die am 28.Oktober 2020 für November auf der Konferenz der Bundeskanzlerin
mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder beschlossenen
Maßnahmen werden bis zum 20. Dezember 2020 bundesweit verlängert. Die auf
Grund dieses Beschlusses geschlossenen Betriebe und Einrichtungen bleiben
damit zunächst weiterhin geschlossen. Insbesondere die Gastronomie bleibt
weiterhin geschlossen und Übernachtungsangebote im Inland werden weiter nur
für notwendige und ausdrücklich nicht für touristische Zwecke zur Verfügung
gestellt. Der Groß- und Einzelhandel bleibt geöffnet. Die Maskenpflicht wird
erweitert und gilt künftig auch vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen.
Die Bevölkerung wird aufgerufen, die Weihnachtseinkäufe möglichst auch unter
der Woche zu tätigen.
Generell gilt, dass sich in einer Einrichtung
a) mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 qm insgesamt höchstens eine Person
pro 10 qm Verkaufsfläche,
b) mit einer Verkaufsfläche ab 801 qm insgesamt auf einer Fläche von 800 qm
höchstens eine Person pro 10 qm Verkaufsfläche und auf der 800 qm
übersteigenden Fläche höchstens eine Person pro 20 qm Verkaufsfläche
befindet. Für Einkaufszentren ist die jeweilige Gesamtverkaufsfläche anzusetzen.
Durch ein abgestimmtes Einlassmanagement müssen Einkaufszentren und
Geschäfte verhindern, dass es im Innenbereich von Einkaufspassagen oder
Einkaufszentren zu unnötigen Schlangenbildungen kommt.
Wirtschaft und Arbeitswelt werden aufgefordert, die Schutz- und Hygieneregeln
einzuhalten.

Mit der Verlängerung der bestehenden Maßnahmen soll bis zum 20. Dezember
2020 eine bundesweit signifikante Verbesserung und Entlastung bei relevanten
Indikatoren (R-Wert, Intensivkapazitäten, Gesundungsrate und Inzidenz) erreicht
werden.

Bund und Länder gehen davon aus, dass wegen des hohen
Infektionsgeschehens umfassende Beschränkungen bis Anfang Januar
(insbesondere im Bereich Gastronomie und Hotels) erforderlich sein werden. Sie
werden vor Weihnachten eine weitere Überprüfung und Bewertung vornehmen.
Um auf besondere regionale Situationen angemessen reagieren zu können,
haben Länder bei einer Inzidenz von deutlich unter 50 Neuinfektionen pro 100.000
Einwohner innerhalb von 7 Tagen in sieben aufeinander folgenden Tagen und
einer sinkenden Tendenz der Inzidenz die Möglichkeit, hiervon abzuweichen.
Dies gilt, sofern andere relevante Indikatoren, wie zum Beispiel die Auslastung
der Intensivkapazitäten und die Handlungsfähigkeit des Öffentlichen
Gesundheitsdiensts dem nicht entgegenstehen.

Bund und Länder werden im Zuge der konkreten Umsetzung der Maßnahmen in
Verordnungen jeweils die aktuelle Entwicklung bewerten. Dieses Verfahren
der Überprüfung der Inzidenzwerte und der Anwendung gegebenenfalls
notwendiger entsprechender Eindämmungsmaßnahmen soll in den
Wintermonaten fortgeführt werden.
Bund und Länder betonen, dass gemäß der Hotspotstrategie in allen Hotspots
ab einer Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern pro Woche
sofort ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt werden muss. Bei
weiter steigendem Infektionsgeschehen sind zusätzliche Maßnahmen
erforderlich. Bei besonders extremen Infektionslagen mit einer Inzidenz von
über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern pro Woche und diffusem
Infektionsgeschehen sollen die umfassenden allgemeinen Maßnahmen nochmals
erweitert werden, um kurzfristig eine deutliche Absenkung des
Infektionsgeschehens zu erreichen.

2. Neben der Notwendigkeit einer erneuten gemeinsamen Kraftanstrengung, um ein
entsprechendes Niveau bei der Entwicklung der Infektionszahlen zu erreichen,
bedarf es angesichts der besonderen Herausforderung in den Wintermonaten
spezieller Maßnahmen. Daher werden zur mittelfristigen Absicherung einer
Reduzierung des Infektionsgeschehens ab 01. Dezember 2020 weitere
Maßnahmen für erforderlich gehalten. Diese werden von den Ländern umgesetzt
und ggf. entsprechend verlängert. Das Verfahren der Überprüfung der
Inzidenzwerte und der Anwendung gegebenenfalls notwendiger entsprechender
Eindämmungsmaßnahmen soll in den Wintermonaten fortgeführt werden.

(1) Private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten sind auf
den eigenen und einen weiteren Haushalt, jedoch in jedem Falle auf maximal 5
Personen zu beschränken. Kinder bis 14 Jahre sind hiervon ausgenommen.1

(2) Jede Person hat in geschlossenen Räumen, die öffentlich oder im Rahmen
eines Besuchs- oder Kundenverkehrs zugänglich sind, eine Mund-NasenBedeckung zu tragen. Dies gilt auch für öffentliche Verkehrsmittel. Darüber
hinaus gilt die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung an allen
Orten mit Publikumsverkehr in Innenstädten, so auch an Örtlichkeiten in der
Öffentlichkeit unter freiem Himmel, an denen sich Menschen entweder auf
engem Raum oder nicht nur vorübergehend aufhalten. Die Festlegung der Orte
und der zeitlichen Beschränkung erfolgt durch die örtlich zuständigen Behörden.
(3) In Arbeits- und Betriebsstätten ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen; dies
gilt nicht am Platz, sofern ein Abstand von 1,5 Meter zu weiteren Personen
sicher eingehalten werden kann.
(4) Hochschulen und Universitäten sollen grundsätzlich (mit Ausnahme
insbesondere von Labortätigkeiten, Praktika, praktischen und künstlerischen
Ausbildungsabschnitten und Prüfungen) auf digitale Lehre umstellen.

Schleswig-Holstein hält vor dem Hintergrund des landesweiten Infektionsgeschehens an den
geltenden Kontaktbeschränkungen fest.

Diese Maßnahmen werden im Rahmen künftiger Konferenzen der

Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder
regelmäßig bewertet.

Bund und Länder sorgen im Rahmen einer geneinsamen Kommunikationsstrategie
für die Transparenz der geltenden Regelungen sowie ihren konsequenten Vollzug
und die Sanktionierung von Verstößen im Rahmen der entsprechenden
Verordnungen.

3. Die Weihnachtstage sind mit Blick auf die Regelungen zu
Kontaktbeschränkungen gesondert zu betrachten. Deshalb können die
Personenobergrenzen für Zusammenkünfte innen und außen für den Zeitraum
vom 23. Dezember 2020 bis längstens 01. Januar 2021 wie folgt erweitert werden:
Treffen im engsten Familien- oder Freundeskreis sind möglich bis maximal 10
Personen insgesamt. Dazugehörige Kinder bis 14 Jahre sind hiervon
ausgenommen.2

Mit dieser Regelung sollen Weihnachten und andere zum Jahresende
stattfindende Feierlichkeiten auch in diesem besonderen Jahr als Feste im Kreise
von Familie und Freunden, wenn auch im kleineren Rahmen, möglich sein. Denn
diese Tage sind für den familiären und gesellschaftlichen Zusammenhalt
besonders wichtig. Dennoch ist es wichtig, dass wir die Gefahr von Covid19-
Infektionen im Umfeld dieser Begegnungen so gering wie möglich halten. Dazu
ist es sinnvoll, wo immer möglich, vor familiären Begegnungen insbesondere mit
älteren Familienmitgliedern fünf bis sieben Tage die Kontakte auf wirklich
notwendigste zu reduzieren. Dazu gehört der weitgehende Verzicht auf private
Treffen, Reisen und nicht erforderliche Begegnungen im öffentlichen Raum und
ggf. vorgezogenen Weihnachtsurlaub oder Homeoffice (Schutzwoche). Bei
Erkältungssymptomen vor Weihnachten sollen die bestehenden
Testmöglichkeiten3genutzt werden, um die Begegnungen zur Weihnachtszeit so
sicher wie möglich zu machen. Dies wird durch bundesweit auf den 19.12.2020

2 Schleswig-Holstein hält vor dem Hintergrund des landesweiten Infektionsgeschehens an den geltenden Kontaktbeschränkungen fest.
3
Dazu sollen Personen mit Atemwegserkrankungen die seit Oktober wieder eingeführte Möglichkeit nutzen, sich telefonisch bei ihrer Ärztin
bzw. ihrem Arzt krankschreiben zu lassen. Die Ärztin bzw. der Arzt bespricht mit den Betroffenen auch, ob die Krankheitszeichen,
insbesondere bei Fieber oder der Beeinträchtigung von Geruchs- oder Geschmackssinn, so relevant sind, dass eine Testung,
Untersuchung oder eine weitergehende Behandlung erforderlich sind. Dabei berücksichtigt er auch das beabsichtigte Zusammentreffen
mit vulnerablen Personengruppen. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist unter der Telefonnummer 116117 immer erreichbar.

vorgezogene Weihnachtsferien4
unterstützt. Wir appellieren an die Bürgerinnen
und Bürger, diese Maßnahme individuell für sich selbst zu prüfen und im Interesse
und zum Schutz der Menschen, die man zu Weihnachten treffen möchte,
umzusetzen.

Bund und Länder werden das Gespräch mit den Religionsgemeinschaften
suchen, um möglichst Vereinbarungen für Gottesdienste und andere religiöse
Zusammenkünfte mit dem Ziel einer Kontaktreduzierung zu treffen. Religiöse
Zusammenkünfte mit Großveranstaltungscharakter müssen vermieden werden.

4. Zum Jahreswechsel 2020/2021 wird empfohlen, auf Silvesterfeuerwerk zu
verzichten. Auf belebten Plätzen und Straßen wird die Verwendung von
Pyrotechnik untersagt, um größere Gruppenbildungen zu vermeiden. Die örtlich
zuständigen Behörden bestimmen die betroffenen Plätze und Straßen. Öffentlich
veranstaltete Feuerwerke sind untersagt. 5

5. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber werden dringend gebeten zu prüfen, ob die
Betriebsstätten entweder durch Betriebsferien oder großzügige Home-OfficeLösungen vom 23. Dezember 2020 bis 1. Januar 2021 geschlossen werden
können, um bundesweit den Grundsatz „Wir bleiben zuhause“ umsetzen zu
können.

6. Wenn Länder im Einklang mit den Festlegungen der Ziffer 1 schrittweise
Öffnungen vornehmen wollen, weil sie eine Inzidenz von deutlich weniger als 50
Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen und eine sinkende
Tendenz aufweisen, orientieren sie sich an den gemeinsamen allgemein
geltenden Schutzmaßnahmen. Maßstab für mögliche Öffnungsschritte sind eine
Beibehaltung der Regelungen zur Kontaktvermeidung, die Vermeidung von
geschlossenen Räumen mit schlechter Lüftung, die Vermeidung von Gruppenund Gedrängesituationen mit vielen Menschen an einem Ort, die Vermeidung von

4
Bremen und Thüringen behalten sich eine länderindividuelle Regelung hinsichtlich des Ferienbeginns vor.

5
Der Freistaat Sachsen wird an seine Bürger und Kommunen den Appell richten, bei Silvesterfeuerwerk besondere Umsicht für die
Einhaltung von Mindestabständen walten zu lassen.

engem Kontakt mit anderen Menschen ohne Abstand und durchgängiges Tragen
der Mund-Nasen-Bedeckung sowie die Sicherstellung einer digital gestützten
Kontakt-Nachverfolgbarkeit durch verbindliche Reservierung (online oder
telefonisch) mit Erfassung der für die Nachverfolgung erforderlichen
Kontaktdaten, wo möglich feste Zeitfenster und Einlasskontrolle mit
personalisierten Zugangsbestätigungen bei Veranstaltungen, aber auch im
gastronomischen Bereich. Vorrangig geöffnet werden sollen daher Einrichtungen/
Leistungen, bei denen das durchgängige Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung
bzw. die Einhaltung von Abstandsregeln sichergestellt ist. Gleiches gilt für
Veranstaltungen im Freien; solche haben Vorrang vor denen in geschlossenen
Räumen. Beim weiteren Vorgehen ist zu beachten, dass das Infektionsschutzgesetz
vorsieht, bei Beschränkungen des Betriebs von Kultureinrichtungen oder von
Kulturveranstaltungen der Bedeutung der Kunstfreiheit Rechnung zu tragen. Sobald
dies angesichts der Infektionslage möglich ist, sollten daher die Kultureinrichtungen
wieder öffnen können. Die Kulturminister werden beauftragt, hierfür eine Strategie zu
erarbeiten, die den notwendigen Vorlauf und hinreichende Planungssicherheit
gewährleistet.

7. Das Offenhalten von Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen hat
höchste Bedeutung. Kinderbetreuungseinrichtungen (Kitas, Kinderkrippen,
Kindergärten, Kindertagespflege, Horte etc.) und Schulen bleiben geöffnet.
Im Schulbereich gilt in Regionen mit einer Inzidenz von deutlich mehr als 50
Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner auf dem Schulgelände aller Schulen dort,
wo der Abstand nicht eingehalten wird/ im Unterricht in weiterführenden Schulen
ab Klasse 7 für alle Personen eine Pflicht zum Tragen einer Mund-NasenBedeckung. Schulen ohne Infektionsgeschehen können hiervon ausgenommen
werden. Eine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in
Grundschulen und Klassen 5 und 6 kann eingeführt werden. Bei einen
Infektionsgeschehen mit einer Inzidenz oberhalb von 200 Neuinfektionen pro
100.000 Einwohnern pro Woche sollen darüber hinaus weitergehende
Maßnahmen für die Unterrichtsgestaltung in den älteren Jahrgängen ab
Jahrgangsstufe 8 (außer Abschlussklassen) schulspezifisch umgesetzt werden,

welche die Umsetzung der AHA+L Regeln besser gewährleisten, beispielsweise
Hybrid- bzw. Wechselunterricht.
Schülerfahrten und internationaler Austausch bleiben grundsätzlich untersagt.
Um die Schülerverkehre zu entzerren, sollen schulorganisatorische Maßnahmen
(z.B. Unterrichtsbeginn ggf. auch gestaffelt) ergriffen werden und wo immer
möglich zusätzliche Schülerverkehre eingesetzt werden. Die
Verkehrsministerkonferenz wird sich damit im Detail befassen.

8. Zur Aufdeckung von Infektionsketten sollen in den Schulen verstärkt AntigenSchnelltests eingesetzt werden. Zur Sicherung des Schulbetriebs empfiehlt sich
eine einheitliche Kontrollstrategie im Schulbereich für Schuljahrgänge mit
stabilen Klassenverbänden. Im Kern der Strategie steht eine rückblickende
Clusterkontrolle. Die Klarheit und Einfachheit von Entscheidungs- und
Handlungskriterien stehen dabei im Vordergrund: Nach der Positivtestung eines
Schülers erfolgt eine sofortige Clusterisolation der jeweils vom Gesundheitsamt
definierten Gruppe (in der Regel Schulklasse, soweit das Gesundheitsamt keine
andere Gruppe definiert hat) zu Hause für zunächst fünf Tage ab dem
Diagnosetag des Indexfalls. Wegen des unbestätigten Status der auf Verdacht
unter Quarantäne stehenden Klassenmitglieder werden dagegen deren Eltern
und andere Haushaltsmitglieder nicht unter Quarantäne gestellt. Nur bei Auftreten
von Symptomen tritt eine Haushaltsquarantäne in Kraft. Wegen des zeitlich
befristeten und anders strukturierten Kontakts werden auch die Lehrer nicht in die
Clusterisolation einbezogen. Lehrern sollte eine niedrigschwellige und
symptomgerichtete Diagnostik zur Verfügung gestellt werden. Während der
zunächst fünftägigen Quarantänezeit wird die diagnostische Abklärung
vorbereitet. Es hat Priorität, die potentiell im Cluster gegebene Infektiosität ohne
jede Verzögerung unter Kontrolle zu bringen. Nach fünf Tagen
Verdachtsquarantäne erfolgt eine Entscheidungstestung per Antigen-Schnelltest,
nach deren Ergebnis die negativ getesteten Schüler wieder zum Unterricht
zugelassen werden. Der Unterricht der Klasse kann also ab Tag fünf fortgesetzt
werden. Wichtig ist, der Hinweis, dass zu den fünf Tagen auch das Wochenende
zählt, es fallen also oft nur drei oder vier Schultage für die Klasse aus. Positiv

getestete Schüler werden in dreitägigen Abständen nochmals zur
Wiederzulassung getestet. Der Bund sichert weiterhin größtmögliche Kontingente
an Antigenschnelltests für Deutschland und unterstützt darüber hinaus den
Aufbau von inländischen Produktionskapazitäten.

9. Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der
Länder sind sich einig, dass die finanzielle Unterstützung des Bundes und der
Länder für die von den temporären Schließungen erfassten Unternehmen,
Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen fortgeführt wird. Die
Novemberhilfe wird in den Dezember auf Basis der Novemberhilfe verlängert und
das Regelwerk der Überbrückungshilfe III entsprechend angepasst. Diese Hilfen
zur Abmilderung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie sind für
Unternehmen und Beschäftigte essentiell und ein wichtiges Element für die hohe
Akzeptanz der notwendigen Schutzmaßnahmen bei den Bürgerinnen und
Bürgern. Gleichzeitig sind diese Hilfen mit hohen Kosten für die
Steuerzahlerinnen und Steuerzahler verbunden – alleine die Hilfen des Bundes
für den November werden einen Umfang von 15 Milliarden Euro haben. Diese
Hilfen sollen im Rahmen der Vorgaben des EU-Beihilferechts für den Zeitraum
der temporären Schließungen im Dezember durch den Bund fortgeführt werden.
In die entsprechenden Förderprogramme sind ausdrücklich auch Schausteller
und Marktkaufleute einzubeziehen. Aufgrund der Dauer der Einschränkungen
wurde der Beihilferahmen für einfache pauschale Regelungen von vielen
Unternehmen bereits umfassend in Anspruch genommen. Die Bundesregierung
wird dazu mit der Europäischen Kommission das Gespräch aufnehmen. Die
beihilferechtlichen Fragen werden vom Bund unverzüglich geklärt.

10. Für diejenigen Wirtschaftsbereiche, die absehbar auch in den kommenden
Monaten erhebliche Einschränkungen ihres Geschäftsbetriebes hinnehmen
müssen, ohne von Schließungen betroffen zu sein, wird der Bund im Rahmen der
Überbrückungshilfe III die Hilfsmaßnahmen bis Mitte 2021 verlängern und die
Konditionen für die hauptbetroffenen Wirtschaftsbereiche verbessern. Dies betrifft
insbesondere den Bereich der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft, die
Soloselbständigen sowie die Reisebranche. Neben den Hilfen für die

Unternehmen hat der Bund auch zum Beispiel durch die Verlängerung des
Kurzarbeitergeldes bereits dazu beigetragen, dass auch die sozialen Belange in
der Pandemie mit entsprechenden Hilfen adressiert werden.
11. Der Schutz vulnerabler Gruppen ist ein Kernanliegen der Politik. Deshalb
wurden für die Krankenhäuser, Pflegeheime und -dienste, Senioren- und
Behinderteneinrichtungen besondere Schutzvorkehrungen ergriffen. Der Bund
wird für diese vulnerablen Gruppen im Dezember 2020 gegen eine geringe
Eigenbeteiligung eine Abgabe von insgesamt 15 FFP2-Masken ermöglichen
(rechnerisch eine pro Winterwoche). Im Rahmen der nationalen Teststrategie
werden für die einrichtungsbezogenen Testkonzepte ab dem 01.12.2020 je
Pflegebedürftigem 30 Schnelltest pro Monat vorgesehen. Je nach Verfügbarkeit
wird dieser Anspruch schrittweise erhöht. Wichtig ist, dass auch Bewohner in
Einrichtungen zu Weihnachten unter möglichst sicheren Bedingungen
Familienbesuch erhalten können.

12. Der Bund ist aufgefordert, im Rahmen einer Anpassung der Teststrategie einen
noch umfassenderen und niederschwelligeren Einsatz von SARSCoV2Schnelltests vorzusehen und die Testverordnung ggf. entsprechend zu
ändern.

13. Wirksame Impfstoffe sind für die Bewältigung der Pandemie von zentraler
Bedeutung. Bei bestmöglichem Verlauf kann mit ersten Lieferungen von
Impfstoffen noch im Dezember 2020 gerechnet werden. Zur Vorbereitung
schaffen die Länder rechtzeitig Impfzentren und -strukturen. Der Bund ist bereit,
die Länder im Rahmen seiner Möglichkeiten hierbei auch personell zu
unterstützen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) erarbeitet im Auftrag
des Bundes standardisierte Module zur telefonischen und digitalen
Terminvereinbarung für alle Impfzentren einschließlich mobiler Impfteams und
stellt den Ländern diese zur Verfügung. Die GMK und der Bundesminister für
Gesundheit stimmen sich eng ab, dies gilt auch für Fragen der Impfaufklärung
und Haftung. Zudem haben sie vereinbart, dass der Bund ein elektronisches
Verfahren zur Ermittlung von Impfquoten und für Post-Marketing Studien (im
Rahmen der Arzneimittelsicherheit) erarbeitet und zur Verfügung stellt.

14. Der Bund wird im Rahmen der „Sozialgarantie 2021“ die
Sozialversicherungsbeiträge bei maximal 40 Prozent stabilisieren, indem er
darüber hinausgehende Finanzbedarfe aus dem Bundeshaushalt jedenfalls bis
zum Jahr 2021 deckt. In diesem Rahmen wird er prüfen, wie eine steuerfinanzierte
Stabilisierung der GKV-Beiträge sowie KSK-Beiträge vor dem Hintergrund der
hohen Corona-bedingten Mehrkosten aussehen könnte.
15. Bundestag und Bundesrat haben mit dem 3. Bevölkerungsschutzgesetz am 18.
November eine wirtschaftliche Absicherung für Krankenhäuser, die planbare
Operationen und Behandlungen verschieben, um intensivmedizinische
Kapazitäten für die Behandlung von COVID19-Patienten bereit zu halten,
beschlossen. Das 3. Bevölkerungsschutzgesetz sieht vor, dass das
Bundesministerium für Gesundheit durch Verordnung die Regelungen des
Gesetzes an die Entwicklung anpassen kann. Das Bundesministerium für
Gesundheit wird mit dem nach §24 KHG gebildeten Beirat und den
Gesundheitsministerinnen und -ministern der Länder zeitnah eine erste
Bestandsaufnahme machen und ggf. per Verordnung Anpassungen vornehmen.
16. Mit den nunmehr in größerer Zahl zur Verfügung stehenden Antigen-Schnelltests
ist eine testgestützte Verkürzung der Quarantänezeit möglich. Bund und Länder
kommen daher überein, das Zeitintervall der häuslichen Quarantäne
grundsätzlich einheitlich auf im Regelfall 10 Tage festzulegen. Eine kürzere
Quarantänezeit entlastet die betroffenen Bürgerinnen und Bürger und die
Gesundheitsämter und mildert die wirtschaftlichen Folgen von
Quarantäneanordnungen für den Einzelnen und für die Volkswirtschaft. Die GMK
strebt daher in Übereinstimmung mit dem RKI an, ab dem 01.12.2020 die
Quarantäne-Zeit von Kontaktpersonen – unter der Bedingung eines negativen
Testergebnisses (Antigen-Schnelltest) – von 14 auf zehn Tage zu verkürzen.
Dies begrüßen Bund und Länder ausdrücklich. Die fachlichen Empfehlungen und
Flussdiagramme des RKI für den Öffentlichen Gesundheitsdienst / die
Gesundheitsämter werden dementsprechend angepasst. Im Übrigen weisen
Bund und Länder darauf hin, dass eine Kontaktperson, die selbst bereits durch

Test bestätigt mit SARS-CoV-2 infiziert war, nicht erneut in Quarantäne muss.
Dies ist und bleibt die aktuell gültige Empfehlung des RKI.

17. Seit Beginn wird die Corona-Warn-App (CWA), wie üblich bei softwarebasierten
Technologien, kontinuierlich weiterentwickelt, zuletzt mit der optionalen
Symptomerfassung und der europäischen Interoperabilität. In den kommenden
sechs Wochen wird die CWA drei weitere Updates erhalten. Dadurch werden der
Warnprozess vereinfacht sowie automatische Erinnerungen nach Positivtestung
an eine noch nicht erfolgte Warnung der eigenen Kontaktpersonen implementiert,
ein Mini-Dashboard mit aktuellen Informationen zum Infektionsverlauf integriert,
die Messgenauigkeit durch die Umstellung auf die neue Schnittstelle von
google/apple verbessert sowie die Intervalle für die Benachrichtigung über eine
Warnung erheblich reduziert. Weitere Umsetzungen, wie die Einbindung eines
Kontakttagebuchs und einer digitalen Anmeldefunktion für Gaststätten und bei
Veranstaltungen, werden aktuell geprüft und sollen in 2021 zügig umgesetzt
werden. In einem gemeinsamen Gespräch von Ministerpräsidenten und
Bundesministern mit den Entwicklern der CWA sowie dem BfDI, dem BSI und
beteiligten Wissenschaftlern wird im Dezember über weitere
Umsetzungsmöglichkeiten beraten. Dazu gehören auch mögliche Funktionen, bei
denen optional zusätzliche Daten hinterlegt werden können, um die
Nachvollziehbarkeit und Austausch mit den Gesundheitsbehörden zu verbessern.

Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der
Länder rufen dazu auf, die CWA gerade in diesen Zeiten runterzuladen und aktiv
zu nutzen. Alle Nutzerinnen und Nutzer, die positiv auf Corona getestet werden,
können durch das Absetzen einer anonymen Warnung via CWA helfen diese
Pandemie kontrollierbarer zu machen.
18. Für den Bahnverkehr gilt, den Reisenden, die trotz Einschränkungen
reisen müssen, ein zuverlässiges Angebot mit der Möglichkeit, viel Abstand zu
halten, anzubieten – unter Einhaltung der im April beschlossenen
Verhaltensregeln sowie Gesundheitsschutzkonzepten. Die Maskenkontrollen
werden weiter verstärkt, so dass täglich weit mehr Fernzüge kontrolliert werden.
Die Deutsche Bahn wird im Fernverkehr zusätzliche Maßnahmen in der Corona-Pandemie ergreifen. Die Sitzplatzkapazität wird deutlich um über 20 Mio.
Platzkilometer pro Tag erhöht, um noch mehr Abstand zwischen den Reisenden
zu ermöglichen. Die Reservierbarkeit der Sitzplätze wird parallel dazu beschränkt.

 

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