Trotz Mitleids für illegale Beförderung Geld verlangt – Mehr Migranten als Sitzplätze – Bundespolizei verhaftet mutmaßlichen Schleuser bei Mittenwald

#Mittenwald / Garmisch-Partenkirchen (ots)

 

Die Bundespolizei hat am späten Montagabend (4. Juni) auf der B2 bei Mittenwald einen mutmaßlichen Schleuser verhaftet. Der Türke beförderte sechs Landsleute in seinem Pkw. In dem Auto hätten neben dem Fahrzeugführer lediglich noch vier weitere Personen sitzen dürfen.

Die Bundespolizisten stoppten den überbesetzten Wagen mit österreichischen Kennzeichen im Rahmen der Grenzkontrollen. Der Fahrer konnte sich mit seinem türkischen Pass und einer österreichischen Aufenthaltserlaubnis ausweisen. Außerdem händigte er den Beamten seine Lizenz zur Personenbeförderung aus. Diese war allerdings ausschließlich auf das österreichische Bundesland Tirol begrenzt. Bei der Kontrolle der sechs Mitfahrer stellte sich heraus, dass keiner von ihnen über die erforderlichen Einreise- oder Aufenthaltspapiere für Deutschland verfügte. Eigenen Angaben zufolge handelt es sich um Kurden im Alter von 18 bis 31 Jahren. Sie erklärten, dass sie vor einigen Wochen aus der Türkei geflohen wären.

Der 38-Jährige am Steuer des Fahrzeugs wurde wegen Schleusungsverdachts festgenommen und zum Bundespolizeirevier in Garmisch-Partenkirchen gebracht. Er beteuerte, dass er die sechsköpfige Migrantengruppe aus purem Mitleid von Innsbruck aus nach Garmisch-Partenkirchen fahren wollte. Dass er sich die Fahrt letztlich bezahlen lassen wollte, stand dabei für ihn offenbar in keinem Widerspruch zu seinem dargelegten Entgegenkommen. Der mutmaßliche Schleuser hatte als Sicherheit für das anstehende Strafverfahren einen Betrag in Höhe von 500 Euro zu hinterlegen. Anschließend durfte der in Tirol gemeldete Türke seine Rückreise nach Österreich antreten. Seine Mitfahrer wurden am Dienstag nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen einer Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge zugeleitet.

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