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„ttt – titel thesen temperamente“ (BR) von der 58. Kunstbiennale in Venedig am Sonntag, 12. Mai 2019, um 23:05 Uhr

Die älteste und wichtigste Kunstausstellung der Welt, bei der sich in diesem Jahr 91 Länder präsentieren.

Die geplanten Themen:

Eine Künstlerin, die nicht spricht und eine Mauer, die nicht hält – was ist los im Deutschen Pavillon? Natascha Süder Happelmann nennt sich die Künstlerin, die in diesem Jahr den deutschen Pavillon bespielt. Sie trägt eine wie ein Stein aussehende Maske und spricht nicht selbst. Die Verweigerung von Angaben zur echten Person ist Teil ihres Konzeptes, zudem Auftritte mit einer sogenannten Sprecherin und einige bereits im Vorfeld veröffentlichte Videos. Wenn man den deutschen Pavillon betritt, sieht man als erstes eine riesige, undicht gewordene Staumauer. Vielleicht ein Bild für die Unmöglichkeit, die gegenwärtigen gesellschaftlichen Problemanbrandungen einzudämmen.

Virtuelle Realität, globalisierte Handelswege, malende Roboter: Chefkurator Ralph Rugoff über Kunst und Wirklichkeit. Der in New York geborene Kurator, der jetzt in London die Hayward Gallery leitet, hat die Zahl der teilnehmenden Künstler der Hauptausstellung reduziert. Seine Idee: Die Welt der Kunst weist sehr klare und spezifische Bezüge zu unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit auf. Klimawandel, Digitalisierung, Besiedelung des Weltraums, die Transportwege der Kunst, Möglichkeiten, sich in repressiven Systemen künstlerisch auszudrücken.

Warum hat der Oktopus ein Handy? Laure Prouvost flutet den Französischen Pavillon. Der Haupteingang ist versperrt, wir müssen sehen, ob wir nicht irgendwie hintenherum hineinkommen können. Im Keller: Schutthaufen. Angeblich wird hier ein Tunnel zu den Briten gegraben. Oben dann: wie die Reste der Zivilisation nach der großen Flut, Kinderschuhe, Handys, Meeresgetier. Eine Taube sucht wie bei Noah nach festem Land. Videos, Blaskapellen und Zauberer beschwören die glorreiche Vergangenheit der Europäischen Kultur.

Österreich feiert die Wiederauferstehung der feministischen Avantgarde: Renate Bertlmann provoziert mit messerscharfen Rosen und Nippelklingen. Während Hermann Nitsch, Arnulf Rainer oder Günter Brus mit ihrer radikalen Aktionskunst berühmt geworden sind, findet Renate Bertlmann die von der Kunstwelt lange versagte Anerkennung erst jetzt. Ihre Auseinandersetzung mit Mutterschaft, Geschlecht und Gewalt ist bestürzend, präzise und radikal zeitgemäß.

Der erste eigenständige Auftritt von Ghana in Venedig – Wüste, Flucht und tote Elefanten. Stararchitekt David Adjaye hat den Pavillon des westafrikanischen Landes gestaltet. Zu sehen: Werke von El Anatsui, der mit seinen Flaschenverschluss-Tapisserien weltberühmt wurde, John Akomfrah mit einer spektakulären Videoarbeit, oder Felicia Abban, die als die bedeutendste Fotografin des Landes gilt.

Im Internet unter www.DasErste.de/ttt

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