„ttt – titel thesen temperamente“ (hr) am Sonntag, 13. Dezember 2020, um 23:05 Uhr

Die geplanten Themen:
Fuck you, 2020! – Tschüss Dauerkrise, hallo radikale Hoffnung
„ttt“ auf der Suche nach Hoffnung in einem Jahr wie diesem.
2020 hat vor allem den Menschen des Westens gezeigt: Wir sind verletzlich. Krankheit und Tod bedrohen uns, aber auch soziale Isolation. Unser scheinbar schnurrendes Wirtschaftssystem und sogar unsere so stabil geglaubten Demokratien zeigten sich in diesem Jahr verletzlich. Wer die Trostlosigkeit mit Zahlen belegt sehen will: Bei den Deutschen, die 2020 zwischen 30 und 59 Jahren alt sind, blicken laut dem Institut für Demoskopie Allensbach nur noch 22 Prozent optimistisch in die Zukunft. Vor einem Jahr war diese Zahl noch doppelt so hoch. Und ausgerechnet jetzt sollen die Zeichen auf Hoffnung stehen? Ja! Ein Impfstoff gegen Covid-19 ist in greifbare Nähe gerückt, die USA wählen Präsident Donald Trump ab und damit eine egoistische Politik, die spaltet und zerstört. Jetzt könnten die Zeichen auf Versöhnung und eine gemeinsame Zukunft stehen – voller Hoffnung! Oder? Was aber ist Hoffnung genau? Nur ein Gefühl? Ist sie brauchbar, jenseits der Sonntagsreden, in einer Welt wie dieser, in einem solchen Jahr?
„ttt“ fragt dazu die Philosophinnen Susan Neiman und Claudia Blöser und spricht mit dem amerikanischen Philosophen Jonathan Lear, dessen Standardwerk „Radikale Hoffnung“ gerade auf den deutschen Bestsellerlisten steht.
Außerdem bei „ttt“:
Die Band der Stunde heißt SAULT – Politisch, wütend, mysteriös: Wer hinter der britischen Band steckt, ist unbekannt. Ihre Musik erscheint ohne Vorankündigung im Netz, kostenlos zum Download, ohne Videos, ohne Promo. „ttt“ hat SAULT trotzdem um ein Gespräch gebeten – und bekam immerhin eine offizielle Absage der Band. Welche Botschaften stecken in der Musik? „ttt“ hat sich auf Spurensuche begeben.
„Law not War“ – Warum der 100-jährige Benjamin Ferencz sein Leben lang für Gerechtigkeit kämpft: Als Chefankläger in einem der Nürnberger Prozesse hat Ferencz 22 Nazis angeklagt für den Mord an mehr als einer Million Juden – und er hat sie alle überführt. Doch das reichte dem jungen Juristen nicht, er machte es sich zur Lebensaufgabe, für die Gründung eines Internationalen Gerichtshofs zu kämpfen. Das hat er nach vielen Jahren, 2002 geschafft. „ttt“ hat mit Ferencz in Florida über sein bewegtes Leben und seinen Kampf für Gerechtigkeit gesprochen – und warum er vor allem große Hoffnung in die junge Generation weltweit setzt.
Das große Filmprojekt „Feinde“ von Bestsellerautor Ferdinand von Schirach – Recht versus Gewissen: In zwei Filmen – einer erzählt aus der Perspektive eines Polizisten, der ein entführtes Mädchen retten möchte, der andere aus der Perspektive eines ausgebufften Strafverteidigers – kreist Ferdinand von Schirach um die Frage: Wie weit darf man gehen für das vermeintlich Gute? Beide Filme sind am 3. Januar zeitgleich im Ersten sowie auf allen Dritten Programmen zu sehen. „ttt“ spricht mit Ferdinand von Schirach sowie den beiden Hauptdarstellern Klaus Maria Brandauer und Bjarne Mädel über die Frage: Heiligt der Zweck die Mittel?
Moderation: Max Moor
Im Internet unter www.DasErste.de/ttt
%d Bloggern gefällt das: