UNESCO Welterbe schützen

UNESCO-Tag 2021: Solidarität und Dialog

Potsdamerinnen und Potsdamer schützen das Welterbe und sammeln am kommenden Wochenende Abfall aus den Parks / Anmeldungen bei der Verwaltung möglich

Den UNESCO-Tag in Deutschland gibt es seit 2005. Die Landeshauptstadt Potsdam und die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg beteiligen sich seit 2006 an diesem Format, das jährlich am ersten Sonntag im Juni auf die Zugehörigkeit zum UNESCO-Welterbe aufmerksam machen soll.

Sehr viele Potsdamer UNESCO-Orte wurden in den vergangenen Jahren auf diese Weise in den Fokus genommen. Der erste UNESCO-Tag wurde 2006 in der Russischen Kolonie Alexandrowka gefeiert. Die Stiftung hatte 2018 in den Park Babelsberg eingeladen. 2019 – im Fontanejahr – waren der Neue Garten mit der Villa Quandt und dem Fontanearchiv Schauplatz des UNESCO-Tages. 2020 sollten das Schloss Cecilienhof und der Neue Garten zum Austragungsort des UNESCO-Tages werden. Angesichts des 30. Jubiläums der Zugehörigkeit großer Teile Potsdams zum UNESCO-Welterbe und dem 75. Jahrestag von Kriegsende und Potsdamer Abkommen war sogar die Zentralveranstaltung der Deutschen UNESCO-Kommission in Potsdam geplant. Die Corona-Pandemie verlagerte den UNESCO-Tag ins Internet.

Als rein digitales Format war auch der diesjährige UNESCO-Tag geplant. Auf der Plattform www.unesco-welterbetag.de sollten digitale Formate abgebildet werden. In einer Vorabstimmung zwischen der Landeshauptstadt Potsdam und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg entstand jedoch eine neue Idee: An vier ausgewählten Orten in Potsdam – dem Kapellenberg und dem Uferweg gegenüber der Freundschaftsinsel als Übergänge zum UNESCO-Welterbe, dem Park Babelsberg sowie dem Neuen Garten wird am 4., 5. und 6. Juni aufgeräumt. „Die Corona-Pandemie erfordert ein neues, analoges Konzept des bekannten Formats. Daher unterstütze ich die Aktion sehr gerne. Die Corona-Pandemie hat in den vergangenen Monaten auch dazu geführt, dass deutlich mehr Verpackungen genutzt und leider auch einfach liegengelassen werden. Das sehen wir an vielen Orten im Stadtbild. Dem wollen wir gemeinsam mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten und vielen anderen Engagierten in diesem Jahr etwas entgegensetzen“, sagt Oberbürgermeister Mike Schubert.

„Die Pandemie hat gesellschaftliches Leben nach draußen verlegt. Die Welterbeparks und die Pufferzonen wurden zu stark genutzten Erholungsräumen, was nicht nur positive Effekte brachte. Der mit der Schließung der Gastronomie erhöhte Trend zum ‚Take away‘ hatte auch Auswirkungen für Parks, Gärten und öffentliche Erholungsräume. Dem wollen wir gemeinsam mit anderen Engagierten in diesem Jahr etwas entgegensetzen“, sagt der Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Prof. Christoph Martin Vogtherr.

Für jeden der vier Orte gibt es Paten, die sich einbringen werden. Um den an die Russische Kolonie Alexandrowka angrenzenden Kapellenberg werden sich die Touristiker der PMSG, der Landeshauptstadt Potsdam und des Potsdamer Guide e. V. kümmern. Raimund Jennert, Dr. Sigrid Sommer und Sebastian Stielke betonen: „Wenn jetzt wieder Gäste unsere schöne Stadt besuchen können, dann wollen wir ihnen eine gastfreundliche Atmosphäre bieten.“

Dem arglos weggeworfenen Müll am Uferweg neben der Neuen Fahrt zwischen Hauptbahnhof und der Holzbrücke rücken die Aktiven der Bürgerstiftung zu leibe. „Wir haben mit dem PotsPRESSO – dem stadtweiten Pfandsystem – das Thema Müllvermeidung ganz oben auf der Agenda und schaffen gerade mit der Inselbühne auf der Freundschaftsinsel einen neuen Anziehungspunkt für die Bürgerinnen und Bürger. Klar, dass wir auch das Umfeld im Auge haben“, erläutert Marie Luise Glahr vom Vorstand der Bürgerstiftung.

Im Babelsberger Park wird  – freiwillig wie an jedem Wochenende – Jeanette Gruschke unterwegs sein:  „Ich wohne direkt am Rande des Parks und betrachte den Park praktisch als die Erweiterung meines Gartens. Und wer will schon Müll in seinem Garten?“

Im Neuen Garten helfen die Freiwilligen der lokalen UNICEF-Gruppen. Die UNICEF-Ortsgruppe Potsdam und die UNICEF-Hochschulgruppe führen seit einigen Jahren regelmäßig eine Dreck-Weg-Aktion am Bassinplatz durch. In diesem Jahr wollen sie im Neuen Garten helfen: „Wir möchten mit unserer Mitwirkung ganz bewusst ein Zeichen setzen, unsere Umwelt zu schützen und für nachfolgende Generationen zu sichern. Das verstehen wir als Teil unseres Engagements für die Kinder“, erklärt Dr. Karin Szvska.

Auch der Kulturstadt Verein unterstützt das Anliegen. Dessen Vorsitzende Fides Mahrla bringt die Intention aller Akteure auf den Punkt: „Das Potsdamer Welterbe verdient Respekt, und wir tragen heute die Verantwortung dafür, dass auch kommende Generationen sich daran erfreuen können.“ Der Kulturstadt Verein unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit der mehr als 40 Kulturerbenvereine, die sich um die Bewahrung eines Baudenkmals in Potsdam kümmern. „Die Kulturerbenvereine in unserer Stadt haben Verantwortung für ihr Bau- oder Gartenbaudenkmal übernommen und engagieren sich seit vielen Jahren für unser architektonisches und kulturelles Erbe. Deshalb begrüßen wir diese Aktion ausdrücklich und werben für die Beteiligung“, unterstreicht der Sprecher des Kulturerben-OrganisationsteamsMatthias Finken.

Aufräumaktion am 4., 5. und 6. Juni 2021 jeweils in der Zeit von 9 bis 12 Uhr:

  1. Juni: Kapellenberg, Treffpunkt an der Alexander Newski Kapelle
  2. Juni: Uferweg an der Neuen Fahrt zwischen Hauptbahnhof und Holzbrücke, Treffpunkt an der Holzbrücke
  3. Juni: Neuer Garten, Treffpunkt Schwanenbrücke
  4. Juni: Park Babelsberg, Treffpunkt Liegewiese neben dem Stadtbad Babelsberg.

Müllsäcke, Handschuhe und Container für die Aufräumaktion stellt die Landeshauptstadt Potsdam zur Verfügung. Freiwillige Helferinnen und Helfer sind herzlich willkommen. Angesichts der jedoch nach wie vor anhaltenden Corona-Pandemie ist die Teilnahme an der Aktion in diesem Jahr leider begrenzt und nur mit Voranmeldung möglich.

Die Anmeldungen erfolgen online über die Adresse marketing@rathaus.potsdam.de, Stichwort: UNESCO-Tag 2021.

Weiterführende Informationen unter www.potsdam.de/UNESCOTag

Hintergrund:

Aufräumaktionen von Freiwilligen haben in Potsdam einen sehr wichtigen Stellenwert. Bereits seit Jahren unterstützt der Bereich Öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger – er gehört zum Fachbereich Ordnung und Sicherheit – engagierte Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Initiativen und Schulen dabei, die Stadt und ihre Ortsteile im Rahmen der alljährlichen Frühjahrsputzaktion auf Vordermann zu bringen. Allen Helferinnen und Helfern werden dazu kostenfrei Arbeitshandschuhe, Abfallgreifer und Abfallsäcke durch den Bereich Abfallentsorgung zur Verfügung gestellt. Die Abholung und Entsorgung der eingesammelten Abfälle übernehmen die Mitarbeitenden der Stadtentsorgung Potsdam GmbH (STEP). In diesem Jahr fanden bereits Putzaktionen in den Ortsteilen Golm, Marquardt, Fahrland, Satzkorn, Uetz, Paaren, Eiche und Drewitz statt. Dabei konnten insgesamt 10 Container mit insgesamt 11 Tonnen Restabfall gefüllt werden.

Auch der Kommunale Immobilien Service fördert Aufräumaktionen an Schulen und Kindergärten. Der Bereich Grünflächen arbeitet seit vielen Jahren mit den UNICEF-Gruppen in Potsdam zusammen.

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