UNESCO-Welttag des audiovisuellen Erbes 2020

UNESCO-Welttag des audiovisuellen Erbes 2020
Ton | Film
Filmabend und Vortrag

Dienstag, 27. Oktober 2020 ab 17 Uhr

Filmmuseum Potsdam, Breite Str. 1a/ Marstall, 14467 Potsdam
Kartenreservierung: 0331-27181-12, ticket@filmmuseum-potsdam.de

Bitte beachten: Aufgrund der derzeit geltenden Hygiene- und Abstandsregeln ist die Anzahl der Karten begrenzt. Eine frühzeitige Reservierung wird empfohlen.

Die von Studierenden des Master-Studiengangs Filmkulturerbe der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF organisierte Veranstaltung nimmt die Materialität von Filmton in den Fokus und macht dieses wesentliche, aber in der Rezeption oft vernachlässigte, Element von Filmen sichtbar(er).
Mit den Spielfilmen Berberian Sound Studio (R: Peter Strickland, GB/D/AUS 2012) und Blow Out (R: Brian De Palma, USA 1981) stehen zwei Thriller auf dem Programm, die sich auf selbstreferentielle Art mit dem Thema Filmton auseinandersetzen. Den auf der Leinwand handelnden Personen dient Tontechnik als machtvolles Mittel zur gegenseitigen Manipulation. Die Wirkung verfehlt auch die Zuschauer*innen im Kino nicht, während diese gleichzeitig dabei zusehen und -hören können, mit welcher Sensibilität und Komplexität Filmton zum Einsatz kommt.
Der renommierte Filmtonmeister und Musiker Frank Behnke berichtet in einem Vortrag von seinen praktischen Erfahrungen.

17 Uhr
Berberian Sound Studio
R: Peter Strickland, D: Toby Jones, Tonia Sotiropoulou, Susanna Cappellaro, GB/D/AUS 2012, OmU, DCP, 92‘
Ein britischer Tontechniker, eigentlich auf Naturdokumentationen spezialisiert, wird in den 1970er Jahren für eine italienische Horror-Filmproduktion angeworben. Doch die Bildwelten der Slasher-Filme, die er mit Hilfe von Synthesizern und viel zermatschtem Obst vertonen soll, machen dem sensiblen Mann zu schaffen. Schon bald kann er kaum mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. »Regisseur Peter Strickland macht in seinem Sound-Thriller die Geräusche zu Protagonisten, die ihre Zuschauer fest im Griff haben. Ein wahrlich sinnliches Erlebnis.« (Verleih)
Einführung: Ole Lorenzen, Student des Master-Studiengangs Filmkulturerbe (Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF)

19 Uhr

»Ton ist Charaktersache« Vortrag von Frank Behnke (Filmtonmeister und Musiker)
Begrüßung: Inga Degenhard, Studentin des Master-Studiengangs Filmkulturerbe 
(Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF)

20 Uhr
Blow Out

R: Brian De Palma, D: John Travolta, Nancy Allen, John Lithgow, USA 1981, OF, DCP, 108‘
Ein Toningenieur wird während der Arbeit Zeuge eines nächtlichen Autounfalls, bei dem ein Politiker zu Tode kommt. Mit Hilfe der zufällig eingefangenen Tonaufnahmen versucht er nachzuweisen, dass es sich um einen Mordanschlag handelt. Aus dem effektvollen, plotgesteuerten Politthriller stechen besonders die Szenen hervor, in denen die Hauptfigur, gespielt von John Travolta,  bei der versierten Ausübung seines Handwerks als Tontechniker zu sehen ist.
Anschließend: Kleiner Empfang im Museumsfoyer

Frank Behnke (*1955) studierte Filmton und Sound Design bei Oscar-Preisträger Alan Splet. Er war als Musiker u.a. als langjähriger Gitarrist der Band »Mutter« (1986-2002) aktiv. Er ist als Editor, Autor, Tonmeister und Sound Designer tätig und arbeitete mit namhaften Regisseuren, wie David Lynch (»Blue Velvet«) Tom Tykwer (»Lola rennt«) und Jörg Buttgereit (»German Angst«), zusammen. Frank Behnke unterrichtete an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin sowie an diversen Filmschulen in Zürich, Münster, Bozen, München und Potsdam. Am Schauspiel Dortmund war er 2018 als Sound Designer bei Jörg Buttgereits Theaterinszenierung »Im Studio hört dich niemand schreien« tätig. Angelehnt an »Berberian Sound Studio« ist das Stück im Milieu des italienischen Horrorgenres des Giallo-Films angesiedelt. Behnkes Aufgabe bestand unter anderem darin, die visuelle und auditive Ebene für das Theaterpublikum miteinander zu verknüpfen.

Eine Veranstaltung des Filmmuseums Potsdam und des Master-Studiengangs Filmkulturerbe der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF zum UNESCO-Welttag des audiovisuellen Erbes.

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