„Unverzichtbare Energiequellen“ – Woidke zeichnet fünf Frauen und Männer mit dem Verdienstorden des Landes aus

Ministerpräsident Dietmar Woidke hat die heute in Potsdam ausgezeichneten fünf Trägerinnen und Träger des Landesverdienstordens als „unverzichtbare Energiequellen“ für das Land Brandenburg gewürdigt. Er betonte bei der Aushändigung der Orden: „Sie alle folgen mit selbstlosem Einsatz dem gleichen Impuls: Mit ihren Aktivitäten wollen sie zum guten Miteinander in unserer Gesellschaft beitragen, insbesondere junge Menschen stärken sowie mit ihren Fähigkeiten anderen Hilfestellung geben, Brücken bauen oder zur Aufrechterhaltung unserer Sicherheit beitragen.“

 

Woidke weiter: „Ihr Anliegen ist es, Menschlichkeit zu leben und für sie einzutreten. Die heutige Feierstunde ist ein schöner Anlass, um auch all denen zu danken, die Ihnen bei Ihrer engagierten Arbeit zur Seite stehen – Ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die sich von Ihren Ideen begeistern lassen, die Ihnen Inspiration sind.“

Er verwies auf die Schwierigkeiten für Engagierte durch die Corona-Pandemie: „In den vergangenen zwei Jahren gab es im Zuge dieser weltumspannenden Krise ungezählte Beispiele von bewegender Solidarität. Menschen sind vielfach über sich hinausgewachsen, um anderen beizustehen. Zugleich erleben wir, wie viel Kraft uns die Dauer der Pandemie kostet. Der innere Zusammenhalt unseres Gemeinwesens ist aber die Basis, um krisenhafte Zustände gut bewältigen zu können. Ihr Engagement hilft Gräben zu überwinden und Vertrauen in eine gelingende Erholung von Wirtschaft und Gesellschaft nach der Pandemie zu entwickeln.“

Geehrt wurden und in den Laudationes heißt es:

Marianne Kapelle lebt für ihren Heimatort Proschim und ist eine Hüterin ländlicher Traditionen. Im Jahr 1994 gründete sie gemeinsam mit anderen Frauen den Ortslandfrauenverband Proschim, dem mittlerweile fast 50 Mitglieder angehören. Der Verband ist wichtiger Anlaufpunkt für alle Dorfbewohnerinnen und -bewohner. Gemeinsam bewirtschaften die Landfrauen rund um Marianne Kapelle den Museumhof Wusk inklusive einem liebevoll angelegten Kräutergarten. Nicht mehr als Vorsitzende, aber als aktives Vorstandsmitglied organisiert sie Lesungen, Vorträge, Ausfahrten und Zusammenkünfte. Ihr Wissen über regionales Brauchtum vermittelt sie an jüngere Generationen. Dabei liegt ihr besonders die sorbische Sprache und Kultur am Herzen. In Zusammenarbeit mit der Sprachschule Cottbus organisiert sie Kurse, die auch Liedgut, Geschichte und Traditionen vermitteln. Marianne Kapelle pflegt aber nicht nur alte Traditionen, sondern beschäftigt sich auch mit der Zukunft ihrer Heimatregion: Sie setzt sich für alternative Energiegewinnung ein. Ihr ist es zu verdanken, dass Proschim seit 2007 über eine Biokläranlage verfügt und mehrere Windkraftanlagen in der Gemarkung umweltfreundlich Energie erzeugen. Inzwischen gibt es auch drei Photovoltaikanlagen im Ort.

Der ehemalige Leiter des Kreisfeuerwehrverbandes im Landkreis Oder-Spree, Detlef Korn, ist eine Experte in Sachen Kameradschaft und denkt über Grenzen hinweg. Seinem Einsatz ist der Zusammenschluss der einstigen Regionalverbände der Städte Beeskow, Eisenhüttenstadt und Fürstenwalde im Jahr 2000 zu verdanken. Beim Oder-Hochwasser 1997 war Detlef Korn als Zugführer des 1. Zuges der Kreisbrandschutzeinheit in Brieskow-Finkenherd sowie der Neuzeller Niederung in der technischen Einsatzleitung tätig. Zudem war er viele Jahre Wehrführer der Feuerwehr der Stadt Friedland. Als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes baute er die Kontakte zum Feuerwehrverband im Nachbarland Polen auf, die beim Brand in Ziltendorf im Sommer 2019 mit ihrer Einsatztechnik unterstützen. Neben der Verbandstätigkeit und der Gewinnung neuer Mitglieder legte Detlef Korn stets Wert auf die Einbindung und Erfahrung langjähriger Kameradinnen und Kameraden. Die Arbeit als Feuerwehrmann ist für ihn eine wahre Berufung.

General Andrzej Andrzej Łapinski ist seit fast dreißig Jahren Bediensteter der Polizei Polens und ein Pionier der Präventionsarbeit. Er war Wojewodschaftskommandant der Polizei in Łodz und wurde 2020 zum Kommandanten der Polizei in Danzig berufen. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen liegt ihm besonders am Herzen. Beispielhaft für sein Engagement ist ein Projekt der polnischen Polizei zur Stärkung junger Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Auf Initiative der polnischen Polizei in Łodz wurde das Vorhaben zusammen mit der Brandenburger Polizei durchgeführt. Deutsche und polnische Schülerinnen und Schüler haben daran teilgenommen. Das war ein Brückenschlag zwischen Schule und Polizei einerseits, zwischen Brandenburg und Polen andererseits. Andrzej Łapinski hat in seiner beruflichen Laufbahn viele polnisch-deutsche und internationale Projekte initiiert und begleitet.

Die gebürtige Britin Tina Lemmer ist seit mehr als 20 Jahren ein Garant für den Erfolg der Ausbildungsprogramme von Rolls-Royce Deutschland am Standort Blankenfelde-Mahlow. In ihrer Funktion als Learning Service Managerin ist sie zuständig für 4.100 Mitarbeitende an den verschiedenen bundesweiten Standorten, wobei ihr die Ausbildung der Lehrlinge immer besonders am Herzen lag. Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten warb sie dafür, die Investitionen in die Lehrlingsausbildung nicht zu kürzen und modernisierte die Ausbildung insgesamt. Dafür hat sie bis zum wohlverdienten Ruhestand immer alles gegeben und ihren Posten mit Freude ausgeführt. Tina Lemmer hat Menschen unterschiedlicher Standorte des Konzerns mit dem Ziel zusammengebracht, voneinander zu lernen und aufeinander zuzugehen. Hunderte Auszubildende haben von dem Einsatz von Tina Lemmer profitiert, dutzende Menschen erhielten private Unterstützung. Ihr gelang es, Praktikanten in die Position von Teamleitern zu führen und Lehrlinge zu Fachkräften und Ingenieuren reifen zu lassen. Ihre Arbeit ist ein enormer Gewinn für Rolls Royce Deutschland wie für die brandenburgische Wirtschaft insgesamt, vor allem aber für die von ihr mit so viel Fürsorge und Professionalität begleiteten Berufseinsteigerinnen und -einsteiger

Der Film- und Fernsehschauspieler Steffen Schroeder ist von ganzem Herzen Brandenburger und ein Ehrenamtsuniversalgenie. Seine Bekanntheit als Schauspieler und die Popularität der Fernsehfigur Tom Kowalski nutzt er für gute Zwecke. Sein Engagement für das Haus Sankt Norbert in Michendorf, in dem Menschen mit Behinderung zuhause sind, ist berührend. Steffen Schroeder begegnet den Menschen vom Norbert-Haus mit Freundlichkeit, Wertschätzung und Mitgefühl, also genau so, wie alle gern von ihren Mitmenschen behandelt werden wollen. Zudem arbeitet er als Vollzugshelfer und Botschafter für den „Weißen Ring“, eine Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität. Er engagiert sich gegen Rechtsextremismus und wurde zum Botschafter von EXIT Deutschland ernannt. Seit letztem Jahr ist er außerdem Mitglied des Medienrates der Medienanstalt Berlin-Brandenburg. In seiner Heimatstadt Potsdam unterstützt er die Ehrenamtsbörse und den „Paradiesgarten“ der Universität.

%d Bloggern gefällt das: