Verdacht auf Afrikanische Schweinepest

Kadaverfund in Groß Glienicke / Waldwege sollten nicht verlassen werden

In einem Waldgebiet in Groß Glienicke ist bei einem verendeten Wildschwein erstmals auf der Fläche der Landeshauptstadt Potsdam der Verdacht auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt worden. Eine Bestätigung durch das nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut in Mecklenburg-Vorpommern steht noch aus. Der Kadaver ist inzwischen vollständig geborgen worden. Eine Gefahr für Menschen besteht nicht.

Gleichwohl wird der unmittelbare Umkreis des Fundorts am morgigen Samstag abgesucht, um auszuschließen, dass es weitere Kadaver in der Nähe des verendeten Tieres gibt. „Wir arbeiten eng mit dem Land und den Landkreisen zusammen, um eine weitere Ausbreitung der Schweinepest einzudämmen beziehungsweise ganz auszuschließen“, sagte die Ordnungsbeigeordnete Brigitte Meier. „Bis dahin sollten alle Potsdamerinnen und Potsdamer in dem Waldgebiet darauf achten, die dortigen Wege nicht zu verlassen.“ Ein allgemeines Betretungsverbot des Waldes wird es derzeit aber nicht geben, betonte die Beigeordnete. Hunde sollten aber angeleint geführt werden.

Unter der Leitung der Ordnungsbeigeordneten Brigitte Meier, die bereits von Beginn an die ASP-Lage vorbereitet hat, hat die Landeshauptstadt Potsdam bereits Anfang November einen Verwaltungsstab ASP gegründet. Die komplette Stabsinfrastruktur der Corona-Lage wurde aufgestockt und steht für die ASP-Lage zur Verfügung. „Die Bewältigung einer potenziellen ASP-Lage ist für die Landeshauptstadt Potsdam eine große Herausforderung. Gerade Potsdam kommt unter den erschwerten großstädtischen Bedingungen eine wichtige Rolle zu, die weitere Ausbreitung des ASP-Virus zu unterbinden sowohl in Richtung Berlin als auch in die Landkreise Potsdam Mittelmark und Havelland“, so Meier.

Sollte sich der Verdacht mit Laborbefund des Friedrich-Loeffler-Instituts bestätigen, wird eine Allgemeinverfügung erlassen, in der bestimmte Regelungen wie die absolute Jagdruhe, die Einstellung der Freilandhaltung von Tieren und die Einrichtung einer Schutzzone vorgeschrieben werden.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Allgemeinerkrankung, die insbesondere die Haus- und Wildschweine betrifft, unheilbar ist und fast immer tödlich verläuft. Es gibt keine Möglichkeit, die Schweine durch eine vorbeugende Impfung zu schützen. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände (Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge) und Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden. Für den Menschen und andere Tierarten ist die ASP nicht ansteckend oder gefährlich.

Für die Koordinierung der Prävention und Bekämpfung eines möglichen Ausbruchs der Tierseuche tagt der Verwaltungsstab regelmäßig und hat das ASP-Geschehen tagaktuell im Blick. Aufgrund der hohen Wildschweinpopulation, die aktuell auf etwa 2500 Tiere geschätzt wird, ist die Gefahr der Seucheneinschleppung in die Landeshauptstadt Potsdam von Anfang an als groß eingeschätzt worden. In einer Auftaktveranstaltung waren bereits im November Potsdamer Jäger, der Jagdbeirat und der Jagdverband zum aktuellen Tierseuchengeschehen informiert und für die Lage sensibilisiert worden.

Informationen zur Afrikanischen Schweinepest gibt es unter www.potsdam.de/veterinaerwesen.

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