Verkehrsminister Beermann informiert sich vor Ort – Vorbereitungen zum Brückenabbruch laufen planmäßig

Am 19. Mai wird die Brücke am Altstädtischen Bahnhof („20. Jahrestag“) in Brandenburg an der Havel durch die Sprengung der Stützen abgebrochen. Über die Vorbereitungen hat sich Infrastrukturminister Guido Beermann vor Ort informiert.

Guido Beermann, Minister für Infrastruktur und Landesplanung: „Die Brücken im Land Brandenburg werden regelmäßig auf ihre Tragfähigkeit, Standsicherheit und auf ihren baulichen Zustand hin übergeprüft und beobachtet. An der Brücke am Altstädter Bahnhof sehen wir, dass dieses Monitoring funktioniert. Was den Abriss angeht, hat der Landesbetrieb Straßenwesen gemeinsam mit dem zuständigen Bauunternehmen und der Stadt sehr gute Vorarbeit geleistet, so dass wir mit einem reibungslosen Ablauf rechnen können. Ich danke allen an der Planung und Durchführung Beteiligten für ihr großes Engagement. Mit ihrer Fachkompetenz werden wir das Projekt weiterhin zügig vorantreiben können. Die Vorplanung für den Neubau liegen bereits vor und müssen nun durch das Bundesverkehrsministerium genehmigt werden. Die neue Brücke wird aus drei Teilbauwerken bestehen. Der Bau soll Ende 2022 starten.“

Steffen Scheller, Oberbürgermeister von Brandenburg an der Havel:

„Bei der Brücke am Altstadt Bahnhof bewegen uns als Brandenburger Wehmut und Freude zugleich. Diese Brücke ist für uns mehr als nur Beton und Stahl. Sie hat auch emotionale Bedeutung: Viele tausende Bürger sind täglich darüber zur Arbeit ins ehemalige Stahlwerk gefahren. Die Brücke war in ihren Ausmaßen, aber auch statisch und architektonisch ein besonderes Bauwerk in unserer Stadt. Bei der Sprengung schwingt deshalb natürlich auch Wehmut mit und ich denke, wir sollten sie in schöner Erinnerung behalten. Gleichzeitig gibt es natürlich auch Freude auf das neue und moderne Bauwerk, dass die gewachsenen verkehrlichen Anforderungen erfüllt. Neben den Emotionen kann man aber auch die große verkehrstechnische Bedeutung dieses Verkehrsknotens für die gesamte Region Westbrandenburg gar nicht oft genug betonen. Für die überregionale Wirtschaft, für Pendler, den städtischen ÖPNV und den individuellen Stadtverkehr ist der zügige Ersatzneubau essentiell. Minister Beermann und der Landesbetrieb Straßenwesen haben diese Priorität von Anbeginn verstanden und arbeiten mit Hochdruck im Zeitplan. Die jetzige Sprengung ist ein weiteres Zeichen dafür und lässt auch hoffen, dass der dringend erforderliche Ersatzneubau ebenso zügig umgesetzt wird. Dafür darf man als Stadt auch einmal danke sagen.“

Edgar Gaffry, Vorsitzender des Vorstands Landesbetrieb Straßenwesen: „Der Abbruch der Brücke durch die Sprengung ist für uns eine große Herausforderung. Es werden etwa 330 Löcher in die Pfeiler und Fundamente der Brücke gebohrt. In einer Tiefe von 1,35 m wird jeweils eine Sprengladung in den Pfeilern platziert. Insgesamt kommen etwa 300 Kilo Sprengstoff zum Einsatz. Ich danke allen Kolleg:innen, die sich seit der Sperrung der Brücke vor etwa anderthalb Jahren für die Planung von Abbruch und Neubau des Bauwerks eingesetzt haben.“

In den vergangenen Tagen hatte das mit Sprengung und Abriss beauftragte Bauunternehmen ein Fallbett zum Schutz von Straßen, Bahngleisen und weiteren Flächen geschüttet und die Betonblocksteine für das Gebäude an der Bahnanlage angebracht. Außerdem wurden Teile der Gleisanlage wie Weichen, Signale und Zäune abgebaut und die Sprengladungen vorbereitet.

Das Fallbett besteht aus einem Vließ und Sand, der auf dem Vließ verteilt wird. Es nimmt die Brückenteile auf, die nach der Sprengung der Brückenpfeiler zu Boden gehen. Zunächst wird die Brücke zu Fall gebracht und dann zerbrechen. Bei diesem Verfahren soll verhindert werden, dass sich Teile der Brücke unkontrolliert im Umfeld verteilen und die Schienen und Straße beschädigen.

Nach der Sprengung beginnt die Beräumung des Geländes. Dafür werden die Bahnstrecke bis Donnerstag (27.05.2021) und die Bundesstraße B 102 bis voraussichtlich Montag (31.05.2021) gesperrt. Anschließend ist geplant die Widerlager zurückzubauen. Sie bilden den Übergang von der Brückenkonstruktion zu dem jeweiligen Erddamm bzw. der dort aufliegenden Fahrbahnen. Außerdem werden die Fundamente und Stützwände der Brücke entfernt.

Für den Zeitraum der Straßensperrungen wird der Verkehr großräumig umgeleitet. Die Strecken sind ausgeschildert. Die Ostdeutsche Eisenbahn Gesellschaft (ODEG) hat für die Verbindung RB 51 nach Rathenow zwischen Brandenburg an der Havel und Pritzerbe einen Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Informationen dazu finden Sie hier.

Die Kosten für die Vorbereitung, die Sprengung und die Beräumung liegen bei ungefähr 850.000 Euro aus Mitteln des Bundes und der Stadt.

Die Vorplanungen für den Neubau der Brücke sind beendet. In der zweiten Jahreshälfte steht die Genehmigung der Entwürfe durch das Bundesverkehrsministerium an. Ende des kommenden Jahres soll nach jetzigem Stand mit dem Bau der neuen Brücken und Zufahrtsrampen begonnen werden.

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