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Verkehrsunfallbilanz der Polizeidirektion Ost für das Jahr 2019

Weniger Verkehrsteilnehmer bei Verkehrsunfällen auf dem Territorium der Polizeidirektion Ost verletzt

Zum Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Ost zählen die Landkreise Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland, Oder- Spree und die Stadt Frankfurt (Oder).

Hier nahm die Polizei im Jahr 2019 insgesamt 23.997 Verkehrsunfälle auf. Davon zogen 21.454 Verkehrsunfälle Sachschäden nach sich (422 mehr als im Vorjahr) und 2.543 Unfälle führten zu Personenschäden (106 weniger als im Vorjahr).

3.337 Verkehrsteilnehmer wurden dabei verletzt. Im Mehrjahresvergleich ist das die geringste Anzahl in den zurückliegenden vier Jahren. 39 Personen überlebten die Unfallverletzungen im letzten Jahr nicht (2018: 41).

Auf den Autobahnen innerhalb unseres Territoriums mussten die Polizeibeamten 1.355 Unfälle aufnehmen. Das sind 187 weniger, als im Vorjahr. Dieser Rückgang ist bei Unfällen mit Personenschaden (VUP) und Unfällen mit Sachschaden (VUS) zu verzeichnen. Ereigneten sich 2018 noch 200 VUP auf den Autobahnen, so waren es 2019 noch 181 VUP. Bei den Sachschadensunfällen gab es sogar einen Rückgang von 12,5 %. Im Jahr 2018 stehen 1.342 VUS dem Jahr darauf 1.174 VUS gegenüber. Zwei Personen ließen auf Autobahnen bei Unfällen ihr Leben im Jahr 2019. Im Jahr davor waren es noch 5 Personen.

Dazu ein Beispiel aus den Pressemitteilungen der PD Ost:

BAB 12 – Verkehrsunfall endet tödlich

Zwischen den Anschlussstellen Fürstenwalde/West und Storkow, in Fahrtrichtung Berlin, ereignete sich am 03.06.2019, gegen 6:40 Uhr, ein Verkehrsunfall. Nach ersten Erkenntnissen fuhr der 49-jährige Fahrer eines PKW VW aus bislang ungeklärter Ursache auf einen, am Stauende stehenden LKW auf. Der Notarzt, der mit dem Rettungshubschrauber landete, konnte nur noch den Tod des PKW-Fahrers feststellen. Für die Zeit der Unfallaufnahme und Landung des Hubschraubers blieb die Richtungsfahrbahn Berlin komplett gesperrt. Der Sachschaden konnte noch nicht beziffert werden.

Inzwischen ist ermittelt, dass es sich um einen Unfall (obiges Beispiel) handelt, der auf zu geringen Abstand zurückzuführen ist.

Die Autobahnpolizei hatte im Jahr 2019 sieben Einsätze anberaumt, bei denen Abstände mit Hilfe einer Drohne gemessen wurden. 68 Sattelzugführer wurden wegen zu geringer Abstände zum vorausfahrenden Fahrzeug mit Ordnungswidrigkeiten belangt. Häufig schrumpfen die Abstände zwischen den Sattelzügen bis auf zehn Meter zusammen.

Trotz dieser Beobachtungen der Autobahnpolizei waren die Verkehrsunfälle unter Beteiligung des Güterkraftverkehrs auf Autobahnen um 14,5 % rückläufig. Weniger Baustellen auf den Autobahnen verringern auch spürbar die Unfallgefahren. Im Jahr 2018 kam es noch zu 504 Unfällen mit Beteiligung des Güterverkehrs, 2019 waren es noch 431 Unfälle. Diese Unfälle gliederten sich in 368 VUS (Rückgang um 16,9 %) und 63 VUP (Rückgang um 3,3 %) auf.

Innerhalb geschlossener Ortschaften registrierte die Polizei 15.686 Unfälle im Jahr 2019 (2018: 15.542). Das sind rund zwei Drittel am Gesamtunfallgeschehen. Innerhalb von Städten und Dörfern ereigneten sich weniger Unfälle, bei denen Personenschäden die Folge waren. Waren es 2018 noch 1.715 VUP, so waren es 2019 bereits 50 solcher Unfälle weniger. 14 Personen wurden bei Unfällen innerhalb geschlossener Ortschaften getötet (2018: 10).

Außerhalb geschlossener Ortschaften waren es 6.956 Unfälle im vergangenen Jahr. 359 Unfälle mehr als noch im Jahr 2018. Wie auch innerhalb von Ortschaften setzte sich der Trend zu weniger Unfällen mit Personenschäden auf Straßen außerhalb von Ortschaften fort. So registrierte die Polizei 697 VUP in 2019. Das sind 37 weniger als im Jahr davor.

Dafür erhöhte sich die Anzahl der VUS. 2019 waren es 6.259 – 396 Unfälle mehr als im Jahr 2018.

23 Personen ließen ihr Leben bei Unfällen außerhalb von Ortschaften. Im Jahr 2018 waren es 3 Personen mehr. Außerhalb geschlossener Ortschaften starben im letzten Jahr 25 Verkehrsteilnehmer.

Unangemessene Geschwindigkeiten erweisen sich weiterhin als eine der Hauptunfallursachen.

1.094 Unfälle waren im Jahr 2019 auf diese Ursache zurückzuführen. Das sind 65 Unfälle mehr als noch im Jahr 2018. Diese unterteilen sich in 681 VUS (2018: 624) und 413 VUP (2018: 405). Wegen unangepasster Geschwindigkeit starben 2019 zehn Personen bei Verkehrsunfällen. Im Jahr zuvor waren es noch 14 Personen. Die Zahl der schwer verletzten Personen (2019: 223) stieg mit 59 deutlich an.

Dazu äußerte sich der Leiter der Verkehrspolizei der Polizeidirektion Ost:

Ein Blick auf die jährlichen Unfallzahlen bestärkt uns darin, weiterhin den Kontrolldruck bei den gefahrenen Geschwindigkeiten hoch zu halten und das nicht nur auf den Autobahnen.“

Am häufigsten passierten Verkehrsunfälle aufgrund unangepasster Geschwindigkeit auf Landesstraßen (314), gefolgt von Unfällen auf Bundesautobahnen (245). Die Folgen der Unfälle sind auf Landesstraßen jedoch erheblicher. Auf Landstraßen wurden 183 Menschen verletzt, auf Bundesautobahnen dagegen nur 89 Menschen (2018: 145). Das ist auf der BAB ein Rückgang von 38,6 Prozent.

Dazu ein Beispiel aus den Pressemitteilungen der PD Ost:

BAB11 – Zusammengestoßen

Am 17.04.2019, gegen 11:45 Uhr, kam es zu einem Verkehrsunfall zwischen dem Autobahnkreuz Barnim und der Anschlussstelle Bernau Süd. Dabei fuhr der Fahrer eines PKW Mercedes auf einen vor ihm befindlichen PKW VW T5 und der wiederum auf einen davor fahrenden PKW VW auf. Bei dem Unfall erlitten die Fahrer des PKW Mercedes und zwei Insassen des VW T5 schwere Verletzungen. Rettungskräfte brachten sie in Krankenhäuser. Der Fahrer des PKW VW konnte seine Fahrt fortsetzen. Die beiden anderen Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Der Sachschaden wurde mit ungefähr 12.000 Euro angegeben.

Inzwischen ist die Unfallursache (obiges Beispiel) „unangemessene Geschwindigkeit“ bekannt.

Im Jahr 2019 verloren drei Menschen ihr Leben, weil der Fahrer vor Fahrtantritt Alkohol konsumiert hatte. 349 Unfälle musste die Polizei 2019 aufnehmen, bei denen der Fahrer Alkohol zu sich genommen hatte. Die Anzahl der VUP stieg um 6 Unfälle auf 150 an. Dabei wurden 176 Menschen verletzt, davon 68 schwer verletzt (2018: 50). Das heißt, die betreffenden Personen mussten zur ärztlichen Behandlung länger als 24 Stunden im Krankenhaus bleiben.

Die meisten Unfälle mit dieser Ursache (241) wurden innerhalb geschlossener Ortschaften aufgenommen.

Welche Straßen benutzten angetrunkene Fahrer am häufigsten? Den Unfällen nach zu urteilen, nutzen diese Fahrer gern untergeordnete Straßen, wie Gemeinde- und sonstige Straßen. Von insgesamt 349 Unfällen unter Alkoholeinfluss passierten allein 158 auf Gemeinde- und anderen Straßen. 104 Personen wurden innerhalb geschlossener Ortschaften verletzt. Auf diesen Straßen wurden bei Unfällen 23 Menschen (2019) schwer verletzt. Das sind 14 schwer verletzte Personen mehr als im Jahr davor.

1.448 Unfälle wegen falscher Entscheidungen beim Beachten der Vorfahrt/ des Vorrangs registrierte die Polizei 2019. Das sind 20 Unfälle weniger als im Vorjahr.

Die meisten dieser Unfälle passierten innerhalb geschlossener Ortschaften. Davon waren 994 VUS und 454 VUP. 628 Menschen wurden bei dieser Art Unfälle verletzt und vier getötet.

Unfälle mit dieser Ursache passierten 2019 am häufigsten (572 VU) auf Gemeinde- und anderen Straßen. 30 Unfälle weniger als noch im Jahr 2018. Davon innerhalb geschlossener Ortschaften 558 Unfälle. Den Unfallzahlen auf Gemeindestraßen folgen die der Landesstraßen mit 493 Unfällen. Doch auch hier ist ein Rückgang um 3,5 % zu verzeichnen.

Immer wieder fahren Fahrzeugführer auf vorausfahrende Fahrzeuge oder auf ein Stauende auf. Hier handelt es sich um die Hauptunfallursache Abstand.

Im letzten Jahr gab es 2.612 „Auffahrunfälle“. Das sind 33 mehr als im Jahr davor. Davon passierten 1.696 Unfälle innerhalb geschlossener Ortschaften. 711 Personen wurden verletzt (2018: 809). Zwei Personen verunglückten tödlich auf der Autobahn. Es sind im Jahr 2019 die einzigen Todesfälle durch Verkehrsunfall auf der Autobahn.

Durch Fehler beim Überholen registrierte die Polizei 2019 weniger Unfälle (684), als im Jahr davor (7656). Davon entfielen 544 Unfälle auf VUS und 140 VUP. 195 Personen wurden bei diesen Unfällen verletzt, 47 weniger als im Jahr davor. Schaut man sich die Straßenkategorien an, so entfallen die meisten Unfälle mit Fehlern beim Überholen auf die Landesstraßen mit 189 Unfällen.

Tragisch enden meist die Unfälle, bei denen die Fahrzeuge von der Straße abkommen und die Fahrt an einem Baum endet. Im Jahr 2019 gab es einen Rückgang um 22 Unfälle auf 406. 199 Unfälle gingen glimpflich mit Sachschäden aus, aber 207 Unfälle hatten Personenschäden zur Folge und 15 Personen erlagen ihren Verletzungen, wenn die Fahrzeuge, in denen sie saßen, gegen Bäume stießen. Genauso viele Personen verloren so im Jahr 2018 ihr Leben.

Die Verkehrsunfälle mit Wildbeteiligung stiegen um 14,2 % im Vergleich zum Jahr 2018 an. 5.201 Unfälle wurden 2019 gezählt, an denen ein Wildtier beteiligt war. 71 Menschen trugen Verletzungen davon und ein Mensch starb an den Folgen eines Wildunfalls. An diesen Zahlen sieht man, dass die meisten dieser Unfälle mit Blechschäden einhergehen. Wildunfälle sind seit Jahren mit einem Fünftel am Gesamtunfallgeschehen auffällig. Hier hilft nur, Geschwindigkeit drosseln bei Dämmerung und Dunkelheit, insbesondere außerhalb geschlossener Ortschaften.

Unter Einfluss von Drogen blieben die Unfallzahlen zum letzten Jahr konstant. 2019 kam es zu 49 Unfällen (2018: 51), bei denen Drogenkonsum beim Fahrer/bei der Fahrerin festgestellt wurden. Dabei verletzten sich 30 Personen.

Jungen Fahrern (18-24 Jahre) wurden 2019: 2.686 Verkehrsunfälle zugerechnet. Das sind 167 mehr als im Jahr zuvor. Am Gesamtunfallgeschehen haben die jungen Fahrer einen Anteil von 7,8 %. Den größten Zuwachs mit 160 VU gab es hier bei den Sachschadensunfällen. 407 VUP waren fast mit dem Vorjahr (400) gleichgeblieben.

Bei 1.863 Unfällen waren die jungen Fahrer Verursacher des jeweiligen Unfalls (105 Unfälle mehr als 2018). Sie hatten 367 Verletzte zu verantworten. Bei vier von fünf Unfällen verstarben die Fahrer selbst.

Dazu ein Beispiel aus den Pressemitteilungen der PD Ost:

Ahrensfelde – Bei Unfall schwer verletzt worden

Am Nachmittag des 23.06.2019 war ein 19-Jähriger mit seinem Renault auf der Bernauer Straße in Richtung Berlin unterwegs gewesen. Gegen 15:45 Uhr war der junge Mann an der Kreuzung B2/Bernauer Straße angelangt, als er wohl das Rotlicht für seine Fahrspur übersah. Bei Einfahrt in den Kreuzungsbereich prallte der Wagen gegen die rechte Fahrzeugseite eines Skodas.
Sowohl der Renaultfahrer als auch seine Mitinsassen, eine 21 Jahre alte Frau und ein einjähriges Kind wurden dabei schwer verletzt. Ebenso erlitten die Insassen des Skodas, 68 und 75 Jahre alt, schwere Verletzungen. Alle kamen mit Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser. An den Fahrzeugen entstand Totalschaden. Jetzt ermitteln Kriminalisten der Inspektion Barnim gemeinsam mit Experten eines technischen Prüfinstitutes zur genauen Unfallursache.

Mit dem steigenden Alter der deutschen Bevölkerung steigt auch der Anteil der Senioren, die als Fahrzeugführer am Straßenverkehr teilnehmen. So kam es 2019 zu 5.674 Verkehrsunfällen, an denen Senioren beteiligt waren. Das macht einen Anteil von 16,9 % am Gesamtunfallgeschehen aus. Da sie meist sehr viele Jahre schon im Besitz einer Fahrerlaubnis sind und vorsichtig fahren, ist der Anteil der Sachschadensunfälle mit 4.985 sehr hoch. Dagegen stehen VUP mit vergleichsweise wenigen 689 Unfällen. Das sind 31 VUP weniger als im Vorjahr. 2018 verstarben 17 Menschen bei Unfällen, an denen Senioren beteiligt waren. Ein Jahr später waren es sieben weniger.

Bei 4.065 Unfällen waren Senioren die Verursacher.

Die Unfälle mit Beteiligung von Motorradfahrern blieben zum Vorjahr nahezu konstant. 2018 kam es zu 442 Unfällen und im Jahr darauf ging die Zahl um 29 zurück. Diese Unfälle teilen sich in 254 VUP und 159 VUS auf. 293 Personen wurden verletzt. 8 Menschen verloren bei Motorradunfällen ihr Leben.

Über die Hälfte dieser Unfälle (232) wurden von Motorradfahrern verursacht. Das sind 9 Unfälle weniger als im Jahr 2018.

Dazu ein Beispiel:

Angermünde – Motorradfahrer stürzte

Am 19. April kam der Fahrer eines Leichtkraftrades Yamaha in der Straße Zum Wolletzsee in einer Rechtskurve von dieser ab. Er fuhr mit hoher Geschwindigkeit eine Böschung hinab und stürzte im Straßengraben. Dabei verletzten sich der 17-jährige Fahrer und seine 16-jährige Sozia schwer. Sie wurden in ein Krankenhaus gefahren. Der Sachschaden betrug geschätzte 200 Euro.

Auch bei den Unfällen mit Beteiligung von Fußgängern sind die Zahlen zum Vorjahr nur minimal abweichend. Im Jahr 2019 nahm die Polizei 294 Unfälle auf, an denen Fußgänger beteiligt waren. Dabei wurden 216 Fußgänger verletzt, 58 schwer verletzt und 4 Menschen getötet. Bei nur 68 Unfällen kam es zu Sachschäden.

105 Fußgänger waren Verursacher der Unfälle. Hier ist ein Rückgang um 14,6 % zum Vorjahr zu erkennen (2018: 123).

Fahrradfahrer gehören, wie Fußgänger, zu der Personengruppe, die im Straßenverkehr am wenigsten geschützt unterwegs sind. Deshalb ist hier die Zahl der Personenschadensunfälle höher als die der Sachschadensunfälle.

Insgesamt registrierte die Polizei 2019: 942 Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern (2018: 988). Davon waren 688 VUP und 254 VUS. 678 Personen wurden verletzt, davon 155 schwer verletzt. 7 Personen wurden getötet, davon war in 4 Fällen ein Fahrradfahrer/ eine Fahrradfahrerin Verursacher /Verursacherin des jeweiligen Unfalls.

An 211 Verkehrsunfällen waren im Jahr 2019 Kinder (bis 14 Jahre) beteiligt. 163 Radfahrer waren Kinder, die in Verkehrsunfälle verwickelt waren. Deshalb bringt die Polizei jährlich viel Zeit für Verkehrs-Prävention auf, um Kinder für die Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren. Insbesondere seien hier die Fahrradprüfungen der Viertklässler zu nennen. 308 Fahrradprüfungen mit 7.641 Teilnehmern nahm die Polizei im letzten Jahr ab. Diesen Prüfungen gingen entsprechende Schulungen der Kinder voraus, um sie für die Teilnahme als Fahrradfahrer im Straßenverkehr handlungssicher zu machen.

Der amtierende Leiter der Polizeidirektion Ost, Leitender Polizeidirektor Hans-Jürgen Willuda, bekräftigt: „Mit vielen Präventionsveranstaltungen, in Schulen und Kindertagesstätten, wie der Busschule oder Fahrradprüfungen, mit Schulungen für Senioren als motorisierte Verkehrsteilnehmer, mit beratender Stimme innerhalb der Unfallkommissionen und mit repressiven Verkehrsüberwachungsmaßnahmen wird die Polizei weiterhin im Einsatz sein für eine höhere Sicherheit auf unseren Straßen.“

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