Vierter Landwirtschaftstag aus dem Naturpark Stechlin-Ruppiner Land erstmals digital für ganz Brandenburg

Stechlin – Am morgigen Donnerstag (22.April) ab 10 Uhr startet der vom Landschaftspflegeverband Prignitz-Ruppiner Land e. V., dem Naturpark Stechlin-Ruppiner Land und der Rheinsberger Preussenquelle ausgerichtete vierte Landwirtschaftstag. Waren die ersten drei derartigen Veranstaltungen des Naturparks noch lokal begrenzt, möchten die Bündnispartner auf dem erstmals digitalen Landwirtschaftstag auch Interessierte im gesamten Bundesland ansprechen.

Nach drei Dürre-Sommern in Folge klagen immer mehr landwirtschaftliche Betriebe von der Prignitz bis zur Lausitz über fehlende Niederschläge und schwindendes Grundwasser. Ein Zusammenschluss aus Natur- und Landschaftsschützern sowie eines regionalen Bio-Mineralwasserunternehmens will gemeinsam mit den brandenburgischen Bäuerinnen und Bauern das Wasser schützen. Das Ziel der drei Partner: mehr ökologischer und nachhaltiger Landbau in Brandenburg.

Unterstützt werden sie in ihrem Anliegen durch die brandenburgische Staatsekretärin im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz, Silvia Bender. In ihrem filmischen Grußwort unterstreicht sie dabei auch das Potenzial des Ökolandbaus: „Seine Leistungen sind in einer Vielzahl von Studien belegt. Und gerade bei uns in Brandenburg, mit den ertragsschwachen Böden und den starken klimatischen Veränderungen einerseits und dem großen Berliner Markt als Pull-Faktor andererseits, kann der ökologische Landbau eine Zukunftsperspektive für viele Betriebe bieten“, so Silvia Bender. Das Agrarministerium fördert den vierten Landwirtschaftstag über die Richtlinie Lokale Agenda 21.

„Hohe Nitratwerte, Pestizid- und Antibiotika-Rückstände im Grundwasser: Wenn es um Wasserschutz geht, wird die Landwirtschaft meist als Teil des Problems wahrgenommen“, sagt Frank Stieldorf, Geschäftsführer der Preussenquelle aus Rheinsberg. „Die Landwirte, die jetzt noch konventionell wirtschaften, können aber Teil der Lösung sein, wenn sie auf biologischen Anbau umstellen. Denn der ökologische Landbau kommt ohne chemisch-synthetische Pestizide aus und sorgt zudem für gesunden Boden, der Wasser speichert, statt es ungenutzt durchzulassen“.

„Bäuerinnen und Bauern haben das Potenzial, zu echten Boden- und Wasser-Wächtern zu werden. Durch die aktive Kaufentscheidung für Bio-Lebensmittel versetzen wir landwirtschaftliche Betriebe in die Lage, nicht nur gesunde Lebensmittel zu erzeugen, sondern auch Natur und Umwelt langfristig zu bewahren. Diese Chance sollten wir alle nutzen“, so Frank Stieldorf.

Nach einem gemeinsamen Auftaktgespräch zum Landwirtschaftstag im Live-Stream mit einem Impulsvortrag von Meinrad Schmitt, Geschäftsführer der Terra Naturkost Handels KG, zum Berliner Bio-Markt (10 Uhr) besteht von 10.30 Uhr bis 12.00 Uhr die Möglichkeit zur Teilnahme an vier zeitgleich stattfindenden Diskussionsrunden (Zoom-Konferenzen) zu den Themen Umstellung auf Ökolandbau (Panel 1), Vertragsnaturschutz (Panel 2), Agrarförderung/Agrarpolitik (Panel 3) und Naturschutzberatung (Panel 4).

In der Diskussion stellen sich insgesamt 15 Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Bio-Verbänden und Politik den Fragen der Teilnehmer. Mit dabei sind unter anderem Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Irene Kirchner vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz Brandenburg und Rudolf Vögel vom Landesamt für Umwelt Brandenburg. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu bilateralen Gesprächen mit den Experten per Telefon oder E-Mail.

Informationen zum Programm, Referentinnen und Referenten sowie Themen sind unter www.landwirtschaftstag.bio abrufbar.

 

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