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Vollzeit bedeutet nicht 24 Stunden

Zum Welttag der menschenwürdigen Arbeit am 7. Oktober

Vollzeit bedeutet nicht 24 Stunden

Verbraucherzentrale kritisiert Werbung und Praxis bei „24-Stunden-Pflege“ / Vermittlungsagenturen im Fokus

 

Pflegebedürftige, die im eigenen Haushalt betreut werden wollen, suchen häufig Unterstützung durch osteuropäische Hilfskräfte. Die Vermittlungsagenturen für solche Kräfte werben dabei oft mit Betreuung rund um die Uhr – geleistet durch eine einzige Person. Diese Praxis täuscht nicht nur Verbraucher*innen, sondern schädigt auch Arbeitnehmer*innen. Zum Welttag der menschenwürdigen Arbeit fordert die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) daher, faire Arbeitsbedingungen für osteuropäische Betreuungskräfte und bessere Aufklärung für Verbraucher zu gewährleisten.

Fast 58 Prozent der Brandenburger waren schon einmal in der Situation, dass sie selbst, ein Familienmitglied oder eine Person aus dem Freundes- bzw. Bekanntenkreis Pflege benötigt haben, so eine aktuelle Repräsentativbefragung im Auftrag der VZB. Es steht zu erwarten, dass sich dies verschärft. So ist die Zahl der Pflegebedürftigen in Brandenburg durch die demografische Entwicklung weiter stark steigend: laut dem Brandenburger Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie von derzeit rund 112 Tausend auf über 174 Tausend Personen im Jahr 2040.

Also müssen immer mehr Angehörige von Pflegebedürftigen Betreuungsleistungen organisieren. Eine Möglichkeit dazu ist die Beauftragung einer Vermittlungsagentur, die eine Betreuungskraft aus Osteuropa an den bedürftigen Haushalt vermittelt. Der VZB liegen Werbungen verschiedener Vermittlungsagenturen vor, die eine „24-Stunden-Pflege“ anpreisen. In der Praxis wird die Betreuung jedoch durch eine einzige Hilfskraft geleistet. „Wer mit 24-Stunden-Betreuung wirbt und dazu eine einzige Arbeitskraft vermittelt, täuscht die Verbraucher und schädigt Betreuungskräfte“, so Expertin Dr. Sylwia Timm.

Wichtig ist auch: „Verbraucher benötigen verlässliche Informationen, auf welchen Wegen sie legal Unterstützung für pflegebedürftige Angehörige erhalten“, sagt VZB-Geschäftsführer Dr. Christian A. Rumpke. Die Verbraucherzentrale steht im Land bereit, um Pflegebedürftige und Angehörige bei rechtlichen Fragen zu unterstützen. Doch in den vergangenen Jahren konnte die VZB Pflegerechtsberatung nur über zeitlich befristete Projekte realisieren – „zu wenig für ein verbraucherfreundliches Informationsangebot bei einer solchen Herausforderung“, so Rumpke. „Wir werben daher für die Schaffung einer institutionellen Pflegevertragsrechtsberatung.

Weitere Informationen für betroffene Verbraucher: www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/node/10601

 

Verbraucherpolitische Forderungen der Verbraucherzentrale Brandenburg

Die Institutionalisierung der Pflegerechtsberatung im Land ist eine von zwölf verbraucherpolitischen Forderungen der Verbraucherzentrale Brandenburg im Kontext der Legislaturperiode 2019-2024 in Brandenburg, nachzulesen im Internet unter: www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/wahl-2019/landespolitische-forderungen.

 

Methodik

Die VZB hat durch die Insa Consulere GmbH 1.000 Brandenburgerinnen und Brandenburger (Wohnbevölkerung ab 18 Jahren) befragen lassen. Die bevölkerungsrepräsentative Telefonbefragung wurde vom 7. bis zum 25. Januar 2019 durchgeführt.

Detaillierte Ergebnisse

Frage: Sind oder waren Sie schon einmal in der Situation, dass ein Familienmitglied, Sie selbst oder eine Person aus Ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis, Pflege benötigt haben?

Gesamt

1.000

ja

579

57,9%

nein

413

41,3%

weiß nicht

4

0,4%

keine Angabe

3

0,3%

Über die Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg e.V. (VZB) ist die wichtigste Interessenvertretung der Brandenburger Verbraucher*innen gegenüber Politik und Wirtschaft. Sie bietet unabhängige Verbraucherberatung, -information und -bildung zu zahlreichen Themen: Markt & Recht, Reise & Freizeit, Finanzen & Versicherungen, Lebensmittel & Ernährung, Digitales & Telekommunikation, Energie, Bauen & Wohnen. Zudem berät sie zu deutsch-polnischem Verbraucherrecht.

Darüber hinaus mahnt die VZB Unternehmen ab, die zu Ungunsten von Verbraucher*innen gegen geltendes Recht verstoßen und klärt die Öffentlichkeit über Verbraucherrechte, Abzockmaschen und Spartipps auf.

Aktuelle Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-brandenburg.de

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