„Voltaire-Lessing-Ehrung“ von Rainer Sperl instandgesetzt

Kulturbeigeordnete und Künstler zeigen erneuertes Kunstwerk im öffentlichen Raum

Gemeinsam mit dem Künstler Rainer Sperl hat die Kulturbeigeordnete Noosha Aubel heute das Kunstwerk „Voltaire-Lessing-Ehrung“ nach umfassender Instandsetzung an der Neustädter Havelbucht in unmittelbarer Nähe zum Dampfmaschinenhaus (Moschee) präsentiert.

Das Kunstwerk von Rainer Sperl aus dem Jahr 1992 war durch Verwitterung, Vandalismus und Graffiti stark beschädigt. Die Bronzereliefs von Voltaire und Lessing wurden gestohlen. Die Fachbereiche Grün- und Verkehrsflächen sowie Kultur und Museum der Landeshauptstadt Potsdam haben gemeinsam mit der Firma Roland Schulze Baudenkmalpflege und dem Künstler Rainer Sperl die Instandsetzung des Kunstwerks veranlasst und realisiert.

So wurden die Reliefs von Voltaire und Lessing, das Buch, das Tintenfass und die Feder in der Stuckwerkstatt der Firma Roland Schulze mit dem Künstler Rainer Sperl neu gefertigt. Die Sandsteine wurden gereinigt, Fugen geschlossen und Schriften wieder lesbar herausgearbeitet. Als Ergänzung für den interessierten Betrachter kommt eine Informationstafel hinzu. Der Text wurde im Zusammenarbeit mit der Studiengemeinschaft Sanssouci erstellt.

Die Kulturbeigeordnete freut sich, dass nach einer langen Zeit die Kunstinstallation nun wieder in seiner ursprünglich geschaffenen Form komplett ist. „Ich möchte den interessierten Potsdamerinnen und Potsdamern sowie den Gästen unserer Stadt einen Spaziergang zu den Kunstwerken im öffentlichen Raum entlang der Neustädter Havelbucht empfehlen. Auf ihrem Weg werden sie die Kunstinstallation von Rainer Sperl ,Voltaire-Lessing-Ehrung‘ betrachten können. Aber auch zwölf weitere in den 1980er-Jahren entstandene Kunstwerke wie unter anderem die „Große Liegende Figur“ von Dietrich Rohde, „Flora und Pomona“ von Rudolf Böhm und „Lebensfreude“ von Horst Misch bieten dem Betrachter einen abwechslungsreichen Kunstspaziergang.“

In einem gepflasterten Halbrund hat der Potsdamer Künstler Rainer Sperl Fragmente des ehemaligen Stadtschlosses zu einem Arrangement angeordnet und mit Bronzeobjekten ergänzt. Die Installation bezieht sich auf das ehemals ganz in der Nähe gelegene Marquisat. Dieses gartenkünstlerische Anwesen aus dem 18. Jahrhundert, bezeichnet nach dem französischen Schriftsteller und Philosophen Marquis d’Argens, der am Hof Friedrichs II. tätig war, besteht heute nicht mehr.

Im Jahr 1751 wohnte der von Friedrich II. umworbene Voltaire im Marquisat, und im Frühjahr 1755 verweilte Lessing vermutlich ebenfalls dort, um die erste deutschsprachige Tragödie nach englischem Vorbild, „Miß Sara Sampson“, zu vollenden. So sind dem Philosophen Voltaire Tintenfass und Feder und dem Dichter und Dramaturg Lessing ein Buch aus Bronze als Attribute zugeordnet. Daneben, auf zwei schräg geschnittenen Säulenstümpfen, stehen der alternde Voltaire und der noch junge Lessing im Porträtrelief aus Bronze im Dialog. Auf der rechts außen liegenden Spolie ist ein Text eingemeißelt, der sich auf die Geschichte jenes Marquisat bezieht.

Dem Potsdamer Künstler Rainer Sperl ist es 1992 gelungen, eine sinnfällige Verbindung zwischen den geehrten Aufklärern Voltaire und Lessing und den Überbleibseln einer antikisierenden Architektur zu schaffen.

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