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Vorbereitungen für die Radwegbrücke Werder (Havel) – Potsdam über den Zernsee können weitergehen

Besser mobil. Besser leben.: Vorbereitungen für die Radwegbrücke Werder (Havel) – Potsdam über den Zernsee können weitergehen

Fördermittelbescheid der Investitionsbank des Landes Brandenburg liegt vor

Die Vorbereitungen für den Bau der neuen Fuß- und Radwegbrücke über den Großen Zernsee können nun in die nächste Phase gehen. Den drei am Projekt beteiligten Kommunen, der Landeshauptstadt Potsdam, der Stadt Werder (Havel) und der Gemeinde Schwielowsee, liegt der Fördermittelbescheid der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) vor.

Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt der Landeshauptstadt, sagt: „Der Ausbau dieser regionalen Wegeverbindung ist Bestandteil der Fortschreibung des Radverkehrskonzepts der Landeshauptstadt Potsdam und ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Sicherheit und Lenkung der Fußgänger- und Radverkehre. Neben der Steigerung der Attraktivität für die Alltagsverkehre wird sich die neue Brücke auch positiv auf den Freizeit‐ und Tourismusradverkehr zwischen Potsdam, Schwielowsee und Werder auswirken.“

Die Fahrradbrücke hat einen direkten Anschluss zu unserem Stadtbahnhof als wichtigster Verkehrsdrehscheibe von Werder (Havel). Daraus ergeben sich eine Vielzahl positiver Effekte für die Anbindung an den ÖPNV und die Verbindung der Kommunen untereinander. Den Bau der Fahrradbrücke verstehe ich aber auch als Versprechen aller Beteiligten, sich zeitnah um einen Schnellradweg zwischen Werder und Potsdam zu kümmern, um möglichst viele Pendler zum Umsteigen auf das Fahrrad oder das E-Bike zu bewegen. Dieses Thema wird aktuell im Rahmen des Leuchtturmprojekts für Radschnellverbindungen im Südwesten Berlins erneut betrachtet“, so Christian Große, 1. Beigeordneter der Stadt Werder (Havel).

Kerstin Hoppe, Bürgermeisterin der Gemeinde Schwielowsee, ergänzt: „Bereits seit vielen Jahren arbeiten die beteiligten Projektpartner eng zusammen, um gemeinsame Ansätze für die Verkehrsentwicklung in der Region zu erarbeiten. Dabei ist es besonders wichtig, attraktive Angebote für Berufspendler aber auch für Touristen zu schaffen und zur Verfügung zu stellen, um Alternativen zur Nutzung des Autos zu bieten. Die Fuß- und Radwegbrücke über den Zernsee ist dabei ein wichtiger Baustein.“

Durch diese Wegeverbindung verbessert sich zum Beispiel die Anbindung der Ortsteile Geltow und Wildpark-West an den Bahnhof Werder, die Verbindung zum Entwicklungsgebiet Havelauen nördlich des Bahnhofs oder zum nahe gelegenen Wissenschaftspark Golm sowie zu den Universitätsstandorten Golm und Am Neuen Palais, aber auch zu den Standorten der Bundeswehr.

Gefördert wird das Projekt als eine wichtige Maßnahme im Rahmen des Stadt-Umland-Wettbewerbes (SUW) mit Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) aus dem Förderprogramm für „Nachhaltige Entwicklung von Stadt und Umland (NESUR) – Infrastruktur“ in Höhe von 4,28 Millionen Euro. Bei dem Förderprogramm sind bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten zuwendungsfähig. Die übrigen Kosten sind anteilig durch Eigenmittel der beteiligten Kommunen zu decken. Unter Berücksichtigung von derzeit 6 Millionen Euro angesetzten Gesamtkosten ergeben sich rund 1,72 Millionen Euro Eigenmittel, die gemeinsam von den Gemeinden aufgebracht werden. In den Gesamtkosten enthalten sind neben den Baukosten auch Kosten für Planung und Baugrunduntersuchungen sowie Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen.

Die neue Fuß- und Radwegbrücke über den Großen Zernsee soll parallel und südlich zur vorhanden Brücke der Deutschen Bahn AG verlaufen. Die Brücke wird den heute vorhandenen und viel zu schmalen Gangsteg auf der Bahnbrücke ersetzen. Auch die Treppentürme wird es zukünftig nicht mehr geben. Die Brücke wird als leichte Stahlkonstruktion aus einem dreifeldrigen Stahlüberbau mit einer Gesamtstützweite von 110 Metern bestehen. Es ist geplant, die Geh- und Radwege zur Brücke im Zweirichtungsverkehr in 3 Meter Breite behindertengerecht und mit Beleuchtung auszubauen. Durch möglichst geringe Längsneigungen und Zwischenpodeste wird die Brücke von den Wegen aus barrierefrei erreichbar sein. Auf dem Brückenbauwerk wird die Nutzbreite 4 Meter betragen; an einigen Stellen wird es sogenannte Aussichtskanzeln mit Sitzmöglichkeiten und seitlichen Armstützen geben. Als Belag wird ein abgestreuter Kunststoffbelag aufgebracht („Reaktionsharz“), der besonders rutschfest ist. Die circa 1 Kilometer langen Wegeanbindungen nach Werder (Havel) und Potsdam sowie zu den Ortsteilen Geltow und Wildpark-West der Gemeinde Schwielowsee sind ebenfalls Bestandteil des Gesamtprojekts.

Bei der Planung und dem Bau von Brücke und Wegen spielen die Umweltbelange eine besonders wichtige Rolle. So wird der Verlauf der Wegstrecke so angepasst, dass hochwertiger und empfindlicher Baumbestand geschützt wird. Es wird Anpassungen hinsichtlich Kurvenradien, Höhenlagen, Baustellengrenzen und des Baufeldes geben. Ein Bauzaun von circa 1,2 Kilometern wird Gehölzbestände schützen; für 80 Bäume ist Einzelbaumschutz vorgesehen. Für eine besonders alte und schützenswerte Kastanie wird die Wegeführung in Höhe und Lage an den Wurzelbereich des Baumes angepasst. Zusätzlich wird ein System aus Stützen, das luft- und wasserdurchlässig ist, den Baum vor mechanischen Belastungen schützen. Weitere Maßnahmen sind zum Beispiel auch für die geschützte Zauneidechse während der Bauzeit vorgesehen, ebenso wie für Brutvögel, Fledermäuse, Biber und Insekten.

Die Genehmigungsplanung soll noch im 2. Quartal 2020 abgeschlossen werden. Derzeit werden noch Auflagen aus der Umweltplanung geklärt. Einzelne Schutzmaßnahmen sind bereits seit Mitte 2019 eingeleitet worden. Dazu zählen unter anderem die Schutzmaßnahmen für Zauneidechsen, Fledermäuse und Höhlenbrüter. Mit Vorlage des Fördermittelbescheides ist nun die Finanzierung der Gesamtmaßnahme gesichert und die Ausschreibung für die eigentliche Bauleistung, den Brücken– und Wegebau, kann beginnen. Unter Beachtung der erforderlichen Termine und Fristen für das Vergabeverfahren wird davon ausgegangen, dass bis Ende September ein Auftragnehmer gebunden werden kann. Nach den notwendigen Baumfällungen in der vegetationsarmen Zeit im Oktober 2020 kann dann die bauliche Umsetzung vor Ort ab November 2020 mit den Abbrucharbeiten und der Baufeldfreimachung beginnen.

Bedingt durch die örtlichen Gegebenheiten und die Enge des Baufeldes wird es während der Bauzeit zu Einschränkungen für die Nutzung der bestehenden Wegeverbindungen kommen. Über die Verkehrsführungen und damit verbundenen Einschränkungen wird rechtzeitig informiert. Ziel ist es, die Havelquerung einschließlich der Wegeanbindungen bis Ende April 2022 für die Nutzung freizugeben. Zu gegebener Zeit ist eine weitere Informationsveranstaltung für interessierte Bürgerinnen und Bürger vorgesehen; zusätzlich ist eine digitale Informationsseite geplant.

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