Vorstellung Jahresbilanz 2021

Die Präsentation des Jahresberichts hat erstmals in einem neuen Format stattgefunden, in dem sich die Innensenatorin und der Landesbranddirektor in eine Interviewsituation mit dem Behördensprecher der Berliner Feuerwehr begaben und anhand der Fragen/Antworten-Konstellation die Vorstellung des Jahresberichts erfolgte.    

Alle 64 Sekunden wurde im Durschnitt die Berliner Feuerwehr im vergangenen Jahr zu einem Einsatz gerufen. Die Gesamtzahl stieg im Vergleich zu 2020 um 21.988 auf 492.226 Einsätze an. So oft musste die Berliner Feuerwehr in ihrer 170-jährigen Geschichte noch nie ausrücken: im Durchschnitt also 1.349-mal am Tag.

Der Bereich der Medizinischen Gefahrenabwehr (Notfallrettung und -transporte sowie Fehleinsätze Rettungsdienst) verzeichnete einen Zuwachs um 4,7 Prozent, bei der Technischen Gefahrenabwehr (Brandbekämpfung, Technische Hilfeleistung und Erkundung) waren es 4 Prozent. Einen Rückgang von minus 19,4 Prozent gab es bei Einsätzen der Brandbekämpfung. Allerdings hatte es 2020 in diesen Bereich mit 27 Prozent einen sehr starken Anstieg gegeben – im Jahr 2021 lagen die Zahlen leicht über dem Niveau von 2019. Durchschnittlich zwei Brände pro Stunde mussten die Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr bekämpfen.

Der 242 Seiten umfassende Jahresbericht dokumentiert die Leistungsfähigkeit der größten Feuerwehr in Deutschland. Die Themenschwerpunkte zeigen, welch komplexen Anforderungen sich eine moderne Großstadtfeuerwehr stellen muss. „So wie die pulsierende Metropole Berlin im steten Wandel ist, so müssen auch wir uns stetig weiterentwickeln“, sagt Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen.

 

Digitalisierung wird weiter vorangetrieben

Im Bereich der Digitalisierung konnte die Berliner Feuerwehr einige Vorhaben für die Sicherheit der Menschen in Berlin entscheidend voranbringen: Softwarebasierte Verfahren zur Berechnung, welche Einsatzfahrzeuge am schnellsten am Einsatzort sind, wurden weiter verbessert. Im Berliner U-Bahn-Netz konnte neuer Digitalfunk etabliert werden: Alle Einsatzkräfte von Berliner Feuerwehr, Polizei Berlin, BVG und Hilfsorganisationen können sich nun im Notfall schnell und einheitlich abstimmen.

Für den Bereich der Medizinischen Gefahrenabwehr wurde der „Telenotarztdienst“ neu eingerichtet: Rund-um-die-Uhr können nun Einsatzkräfte auf ärztlichen Rat in der Leitstelle der Berliner Feuerwehr per Funk zurückgreifen. In der Notfallrettung kommen seit 2021 Tablets zum Einsatz, sodass wichtige Daten schon aus dem Rettungswagen übertragen werden. Für dieses „Rettungsdienst Informations- und Kommunikationssystem“ (RIKS) erhielt die Berliner Feuerwehr auch den „Berliner Verwaltungspreis 2021“.

Ein zukunftsweisender Standard konnte 2021 auch für die Schulung von Personal im Rettungsdienst etabliert werden: Das neu eröffnete Simulationszentrum der „Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienst-Akademie“ (BFRA) bietet modernste Technik für innovative Lehrmethoden. Vollausgestatte Wohnung, Rettungswagenaufbauten in Originalgröße bis hin zum Schockraum in der Klinik – Einsätze können in allen Phasen nachgestellt werden. Im Mittelpunkt steht dabei die reibungslose Zusammenarbeit im Team.

 

Strategische Weichen für die Zukunft

Die im Jahr 2020 auf den Weg gebrachte neue Organisationsstruktur konnte 2021 erfolgreich umgesetzt werden. Der Fokus auf das Einsatzgeschehen konnte damit noch mehr geschärft und die schnelle Zusammenarbeit der Bereiche verbessert werden. Steckbriefe im Jahresbericht 2021 geben einen guten Überblick über Bereiche und Abteilungen der neuen Organisationsstruktur.

39 neue Rettungswagen sind nun in Berlin unterwegs. Der Hersteller hatte sie in enger Abstimmung mit den Fachleuten bei der Berliner Feuerwehr entwickelt. Dabei waren insbesondere auch Anregungen und Ideen der Einsatzkräfte berücksichtigt worden.

Abgeschlossen wurde 2021 auch die aufwändige Generalinstandsetzung der Feuerwache Köpenick. Nach drei Jahren konnten die Einsatzkräfte ihr angestammtes Domizil wieder beziehen. Und auch die grundlegende Sanierung der traditionsreichen Feuerwache Ranke ist ein weiterer Meilenstein in der Bauplanung.

 

Coronaschutz-Impfungen dank Unterstützung von Ehrenamtlichen

Auch 2021 stellte die Corona-Pandemie Herausforderungen an die Berliner Feuerwehr. „Erfreulicherweise konnten wir schon zu Jahresbeginn mit den Impfungen der Einsatzkräfte beginnen“, resümiert Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen. „Das hat uns allen mehr Sicherheit gegeben.“ Eine Vielzahl ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer hat dafür gesorgt, dass die Einsatzkräfte zügig geschützt wurden: Täglich 50 Impfungen wurden schon im Januar und Februar angeboten. „Dafür danke ich allen Helfenden sehr“, sagt der Landesbranddirektor.

Nachwuchs steht im Fokus

Als Nebenwirkung der Pandemie feiert die Berliner Feuerwehr 2021 die größte Vereidigung von Anwärterinnen und Anwärter in ihrer Historie: Weil coronabedingt im Jahr zuvor die Veranstaltung ausfallen musste, wurden 2021 gleich zwei Jahrgänge mit 322 Laufbahnbewerbenden vereidigt. Auf mehr Nachwuchskräfte ist die Berliner Feuerwehr für die nächsten Jahre angewiesen, weil etwa 1.500 Feuerwehrangehörige innerhalb der kommenden sieben Jahre in den Altersruhestand wechseln. 367 Nachwuchskräfte konnte die Feuerwehrfamilie 2021 in ihren Reihen aufnehmen.

„Künftig soll es noch mehr werden“, sagt Landebranddirektor Dr. Karsten Homrighausen. Dazu wurde das Programm „Ausbildung 500“ aufgelegt – 500 Auszubildende pro Jahr sind das Ziel. Um die Berliner Feuerwehr als Arbeitgeberin noch attraktiver zu machen, wurden Zugangswege und Ausbildungsinhalte im Jahr 2021 differenziert und vielfältig gestaltet.

 

Freiwillige Feuerwehr unterstützt bei Großbrand

Der längste Einsatz im Jahr 2021 begann am 11. Februar: In Marienfelde stand eine Galvanik-Fabrik in Flammen. In dem Bereich lagerten giftige und ätzende Gefahrstoffe in erheblichem Umfang. Eine komplexe Einsatzlage, bei der nicht nur das Feuer bekämpft werden musste – sondern auch Gefahren für die Bevölkerung durch Luftverunreinigungen bestanden haben. Knapp 300 Feuerwehrangehörige waren über zwei Tage im Einsatz. Bis zu 185 von ihnen zeitgleich.

Der Einsatz brachte nicht nur die Einsatzkräfte an ihre Grenzen, sondern auch die Kapazitäten der Berliner Feuerwehr. Denn schließlich musste ja auch das alltägliche Einsatzgeschehen bewältig werden. Dies gelingt nur mit der Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr, die auch an diesem Tag in Dienst gerufen wurde. „Die mehr als 1.500 ehrenamtlichen Kräfte sind ein unverzichtbares Fundament für die Sicherheit in dieser Stadt“, lobt Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen.

Umso erfreulicher ist es, dass im Jahr 2021 eine weitere Freiwillige Feuerwehr in Wilmersdorf und eine Jugendfeuerwehr in Treptow hinzugekommen sind. „Willkommen in der Familie der Berliner Feuerwehr“, so Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen.

 

Geschichten von Menschen

Der Jahresbericht 2021 gibt Einblicke in Einsatzgeschehen, Leistungsfähigkeit, konzeptionelle Planungen, Statistiken und Innovationen bei der Berliner Feuerwehr. Vor allem beinhaltet er auch kleine und große Geschichten von Menschen, die in Not geraten und Menschen, die ihnen helfen.

 

Senatorin für Inneres, Digitalisierung und Sport Iris Spranger:
„Der Jahresbericht zeigt, was die engagierten hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen der Berliner Feuerwehr tagtäglich leisten. Berlin braucht eine starke Feuerwehr, die modern aufgestellt ist. Damit das gelingt, werden wir weiteres Personal zur Entlastung und Geld für eine Modernisierung der Ausstattung zur Verfügung stellen. Die Berliner Feuerwehr hat mich als Partnerin fest an Ihrer Seite.“

 

Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen:

„Der Jahresbericht 2021 lädt zu einer Entdeckungsreise durch die Berliner Feuerwehr. Interessante Fakten, Bilder, Geschichten und Statistiken: Wir möchten Einblicke geben. Unsere Feuerwehrfamilie ist weltoffen und vielfältig – und wir sind für Sie da. Wir kümmern uns jeden Tag um die Sicherheit in dieser Stadt. Das hat Tradition seit 1851.“

 

Der Jahresbericht kann online nachgelesen werden unter:
https://www.berliner-feuerwehr.de/service/mediathek/jahresberichte/

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