Welt-Alzheimertag: Ministerin Nonnemacher und Minister Vogel eröffnen Ausstellung DEMENSCH

Zum Welt-Alzheimertag haben Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher und Umweltminister Axel Vogel die Ausstellung DEMENSCH im gemeinsamen Foyer ihrer Ministerien eröffnet. Die Wanderausstellung der Brandenburger Alzheimer-Gesellschaft nähert sich dem Thema Demenz mit Humor und zeigt 25 Zeichnungen des Cartoonisten Peter Gaymann.

„Entschuldigung, wohne ich hier?“, fragt die freundliche alte Dame und bekommt die Antwort „fast, nur zwei Türen weiter“ – es sind Situationen aus dem Alltag von Menschen mit Demenz, die die Bilder der Ausstellung zeigen. Mal ein wenig verschmitzt, mal etwas sentimental und immer wird deutlich, welche Anstrengungen es kostet, sich in einem Leben mit Demenz zurechtzufinden und dieses erfolgreich zu bestehen, aber auch, wie die Umgebung lernen muss, mit der Krankheit der Partnerin, des Partners, des Vaters oder der Mutter zurechtzukommen.

„Ein entspannter Umgang mit der Krankheit kann gelingen, wenn man nicht alle vermeintlichen Fehler korrigiert und auf das Rechthaben pocht. Und letztendlich spielt es doch keine Rolle, ob die Brille statt in der Spülmaschine im Kühlschrank gesucht wird. Deshalb: gemeinsam schmunzeln, lächeln oder gar Lachen ist in dieser Ausstellung ausdrücklich erlaubt“, so Ministerin Nonnemacher.

„Eine Demenzdiagnose zu erhalten, ist nicht leicht – für Betroffenen, aber auch für deren Angehörige und Freunde. Häufig wird Demenz nach wie vor als ein Tabuthema behandelt, das mit Ausgrenzung und Scham einhergeht, dabei braucht es Akzeptanz, Aufklärung und Teilhabe. Die Ausstellung zeigt das auf unverkrampfte, verständnisvolle und –  vor allem – auf humorvolle Weise“, so Minister Vogel.

Möglich wurde die Ausstellung durch eine Förderung der BARMER und das Engagement der Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg e.V. Selbsthilfe Demenz. Sie ist seit mehr als 23 Jahren die zentrale Interessenvertretung und Anlaufstelle für Menschen mit Demenz und ihre Familien im Land Brandenburg. „Die Diagnose Demenz verändert die Lebensperspektive aller Familienmitglieder. Mit der Ausstellung macht die Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg e.V. Selbsthilfe Demenz darauf aufmerksam, dass Demenz alle angeht und die damit verbundenen Herausforderungen nur gemeinsam gemeistert werden können“so Antje Baselau, Geschäftsführerin Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg.

„Obwohl immer mehr Menschen unter demenziellen Erkrankungen leiden, gibt es immer noch Unsicherheit im Umgang mit den Betroffenen. Darunter leiden auch die Angehörigen. Peter Gaymanns Zeichnungen helfen, Berührungsängste abzubauen, weil sie einen humorvollen Zugang zum Thema bieten. Aus diesem Grund unterstützt die BARMER die Ausstellung DEMENSCH im Rahmen der Selbsthilfe“, sagte Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der BARMER Berlin/Brandenburg.

Im Land Brandenburg leben derzeit ca. 63.000 Menschen mit einer demenziellen Erkrankung, zwei Drittel davon werden von ihren Familien unterstützt, jährlich kommen etwa 3000 Neubetroffene dazu.

Peter Gaymann, geb. 1950 in Freiburg im Breisgau, gehört zu den erfolgreichsten und beliebtesten Cartoonisten in Deutschland. Gemeinsam mit dem Gerontologen Prof. Dr. Thomas Klie hat Peter Gaymann die Ausstellungsreihe „DEMENSCH“ entwickelt. Die Ausstellung war bereits an 15 Brandenburger Standorten in Rathäusern, Begegnungszentren, Kirchen und Einrichtungen der Pflege zu sehen.

Die Ausstellung DEMENSCH ist noch bis zum 22. Oktober im Foyer der Ministerien für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz und Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz, Henning-von-Tresckow-Straße 2-13, 14467 Potsdam zu sehen. Die Ausstellung ist von Montag bis Freitag zwischen 7 und 18 Uhr geöffnet. Die Abstandregeln müssen eingehalten werden.

Mehr Informationen bei der Alzheimer Gesellschaft Brandenburg e.V.

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