Weltoffene Kommune: Potsdam auf gutem Weg

Landeshauptstadt, freie Träger und Bertelsmann-Stiftung testen Toleranz der Stadt

Die Landeshauptstadt Potsdam ist bereits jetzt auf einem guten Weg zu einer weltoffenen und toleranten Stadtgesellschaft. Auf einigen Feldern bestehe aber noch Handlungsbedarf. Das ist das Ergebnis eines Selbstcheck-Workshops der Verwaltung mit Akteuren aus der Stadtgesellschaft, der bundesweit tätigen Bertelsmann-Stiftung und der Phineo AG. Während unter anderem das Engagement des Bündnisses „Potsdam! bekennt Farbe“ gelobt wurde, seien vor allem Verbesserungen in der Antirassismusarbeit, beim Dialog mit den Akteuren in der Zivilgesellschaft und bei der Mehrsprachigkeit auf Kommunikationsportalen nötig. Oberbürgermeister Mike Schubert hatte den Online-Workshop am heutigen Freitag mit einem Eingangsstatement eröffnet.

„Potsdam steht für eine weltoffene und tolerante Stadtgesellschaft“, sagte Mike Schubert. „Kern ist das demokratische, chancengleich und solidarische Miteinander, das auch in Pandemie-Zeiten an Bedeutung nicht verliert.“ Der Dezernent für Zentrale Verwaltung, Dieter Jetschmanegg, sagte: „Weltoffenheit und Toleranz gehören zur DNA der Potsdamer Stadtgesellschaft. Diese grundsätzliche Haltung ist Verpflichtung und Unterstützung für die Verwaltung, sich auch bei diesen Themen weiter zu entwickeln. Und das machen wir mit Engagement und Freude.“

Im Rahmen des Modellprojektes „Weltoffene Kommune – Vom Dialog zum Zusammenhalt“ kamen am Freitag rund 40 Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Bereichen der Stadtgesellschaft zu einer digitalen Klausur zusammen. Der Workshop ist Teil eines Selbstchecks, dessen Kern die Betrachtung und etwaige Verbesserung der kommunalen Integrations- und Diversitätsarbeit ist. Eingeladen waren Akteurinnen und Akteure aus der Stadtverwaltung und von freien Trägern, welche aufgrund ihrer Arbeit oder ihres Engagements eine wichtige Rolle in diesem Thema spielen.

Basis des Workshops sind die Ergebnisse einer umfassenden Selbsteinschätzung, welche im Dezember 2020 durch mit dem Thema befasste Mitarbeitende der Verwaltung erstellt wurde. Die Perspektive der Verwaltung wurde im Zuge des heutigen Workshops um die Perspektive von zivilgesellschaftlichen Initiativen und selbstorganisierten Migrantenorganisationen erweitert. Beispielsweise nahmen neben den Mitarbeiterinnen des Büros für Chancengleichheit und dem Leiter der Ausländerbehörde der Landeshauptstadt Vertreterinnen und Vertreter des Migrantenbeirates und des Interreligiösen Forums sowie des Neuen Potsdamer Toleranzediktes e.V. und der Opferperspektive e.V. teil.

Im Ergebnis der Bestandsaufnahme einigte man sich darauf, die konkreten Themen im Bündnis „Potsdam! Bekennt Farbe“ und im Rahmen der Evaluation und Fortschreibung des Integrationskonzeptes weiter zu diskutieren und Folgerungen zu treffen. Zu den Themen gehörten unter anderem der Wunsch nach einem regelmäßigen Austausch zwischen Verwaltung und Zivilgesellschaft, einer Beschwerdestelle für Migrationsfragen und mehr Sichtbarkeit der gesellschaftlichen Diversität in der Verwaltung der Landeshauptstadt.

Potsdam ist erste Pilotkommune des Modellprojektes. Am Projekt selbst nehmen bundesweit 40 Kommunen teil. Projektpartner sind die Bertelsmann-Stiftung und die Phineo AG. Das Projekt wird von der Beauftragten der Bundessregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration im Bundeskanzleramt gefördert. Die Projektinitiatoren betonen dabei, dass Kommunen „zentrale Orte für Vielfalt, Integration und Teilhabe“ sind. „Ob das Zusammenleben vor Ort gut gelingt,“ so die Initiatoren, „hängt […] davon ab, wie sich Kommunen aufstellen und positionieren.“ Vor dem Hintergrund einer sich polarisierenden Gesellschaft, Hate Speech im Netz und rassistischer Anfeindungen, stellt es für kommunale Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger eine Herausforderung dar, die „richtigen Maßnahmen“ zu treffen. Das Projekt „Weltoffene Kommunen“ unterstützt die Kommunen bei dieser Herausforderung und ihrem individuellen Weg hin zur Weltoffenheit. Die Auftaktveranstaltung fand am 05. November 2019 im Potsdamer Alten Rathaus statt. Aufgrund der Auswirkungen des Cyberangriffes und die darauffolgende Corona-Pandemie musste die Durchführung des Projektes im Jahr 2020 mehrfach verschoben werden.

Der Bereich Partizipation und Tolerantes Potsdam der Landeshauptstadt Potsdam war mit der Durchführung des Projektes betraut. Er wurde dabei maßgeblich von der Beauftragten für Migration und Integration der Landeshauptstadt Potsdam, Magdolna Grasnick, unterstützt.

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