„Weltspiegel“ am Sonntag, 5. September 2021, im Ersten

Geplante Themen:
Afghanistan – Ortkräfte in der Falle
140 Ortskräfte mit ca. 500 Familienangehörigen – das ist die Anzahl der ehemaligen afghanischen Hilfskräfte und ihrer Angehörigen, die Deutschland aus Kabul evakuiert hat. Doch die Anzahl derer, die in Afghanistan festsitzen und nicht über die Luftbrücke herausgekommen sind beläuft sich 10.000, schätzt das Patenschaftsnetzwerk Afghanischer Ortskräfte. 10.000 Einzelschicksale von Ortkräften und ihren Angehörigen, die sich derzeit versteckt halten, weil sie Schlimmstes von den Taliban zu befürchten haben. Wie leben sie? Wie geht es ihnen? Diesen Fragen versuchen wir nachzugehen. (Sibylle Licht und Oliver Mayer, ARD-Studio Neu Delhi)
Afghanistan – Keine Chance für Frauen
Der Ankündigung der Taliban, dass die Rechte von Frauen respektiert würden, traut die Exil-Afghanin – deren Namen aus Sicherheitsgründen geheim bleiben muss – nicht. Frauen als Ingenieurinnen, Polizistinnen oder gar in der Politik – das sei illusorisch. Die Bewegungsfreiheit von Frauen, besonders auf dem Land, sieht sie jetzt schon massiv eingeschränkt, von den Errungenschaften der vergangenen Jahre ist nicht mehr viel zu retten. Die angekündigte „inklusive Regierung“ sei bloße Fassade, die für den Westen aufgebaut werde.
New York – Kinder des 11. September
Als die Flugzeuge ins World Trade Center flogen, war Brook Peters fünf Jahre alt. Damals wohnten er und seine Mutter neben einer Feuerwehr-Station direkt in der Nachbarschaft von Ground Zero. Beide überlebten – äußerlich unverletzt. Aber der Terroranschlag hat ihr Leben nachhaltig geprägt. Heute ist Brook 25, Karriere interessiert ihn nicht, er will etwas Sinnvolles mit seinem Leben anfangen, sagt er. 20 Jahre nach dem Terroranschlag, der die Welt so stark erschütterte, und so viel Gewalt und Gegengewalt erzeugte, ist das die ganz persönliche Lehre, die Brook daraus zieht. (Christiane Meier, ARD-Studio New York)
Der Weltspiegel Podcast beschäftigt sich auch mit dem Thema des 11. September: „Wie 9/11 den Nahen Osten veränderte“
Jakutien – Ende des Permafrosts
„Das Haus sinkt ständig ab. Wir haben es deshalb auf Reifen gestellt.“ Paraskowia Makarowa ist stolz, dass sie diese Idee hatte. Vier riesige Traktor-Reifen, an jeder Ecke des Holzhauses einer. So bewahrt die Familie es vor dem Einsinken. Zumindest vorläufig. Denn die Erde taut immer weiter auf. Hier in Jakutien hat sich die durchschnittliche Temperatur schon um 3 Grad Celsius im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten erwärmt. Den Klimawandel muss niemand den Menschen hier beweisen, sie erleben die Auswirkungen jeden Tag. (Demian von Osten, ARD-Studio Moskau)
Brasilien – Torwart zum Mieten
Maça kann auch Stürmer. Aber in den reichen Quartieren von Rio de Janeiro brauchen sie keine Stürmer. Hobby-Kicker brauchen einen Torwart, weil sich niemand von ihnen in den Kasten stellen will. Maça hilft aus. 50 Reais, ca. 8,50 Euro bekommt er pro Spiel z. B. von den Ü45 Kickern der Zentralbank. Sechs Mal in der Woche lässt der 22-Jährige sich von verschiedenen Fußball-Teams anheuern. Mit dem verdienten Geld kommt er in der nahegelegenen Favela über die Runden. Aber er hofft darauf, von einem Fußball-Scout entdeckt zu werden. (Matthias Ebert, ARD-Studio Rio)
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