Weltspiegel – Auslandskorrespondenten berichten am Sonntag, 4. Juli 2021, um 19:20 Uhr vom WDR im Ersten

Geplante Themen:
Afghanistan: Angst vor den Taliban
Die Bundeswehr ist abgezogen und hat ihren Einsatz beendet. In Afghanistan hat sich die Sicherheitslage mit Beginn des Abzugs der internationalen Truppen zugespitzt. Die militant-islamistischen Taliban haben viele Bezirke des Landes neu erobert. Was bedeutet das für die Menschen im Land, für ihren Alltag? Eine Reportage aus Sicht einer Radioreporterin, die um ihr Leben fürchtet. (Autorin: Sibylle Licht / ARD Studio Neu Delhi)
Griechenland: Aus Moria in die Welt der Mode
Shafi Qias, eine junge Frau aus Afghanistan, war mit ihrer Familie über den Iran auf die griechische Insel Lesbos geflohen. Dort lebte sie einige Jahre im Flüchtlingscamp Moria und jetzt in Athen. Sie hatte Glück: Ein Freund schickte ihr eine Nähmaschine und sie wusste, was man damit macht. Schon als Kind träumte Shafi Qias davon, Modedesignerin zu werden. In Griechenland stand sie anfangs vor verschlossenen Türen. Doch mit Hilfe einer Organisation, die geflüchtete Frauen unterstützt, konnte sie ihre erste Modekollektion herstellen. (Autorin:  Anja Miller / ARD Studio Rom)
China: 100 Jahre KP – ein Land putzt sich raus
Die KP in China feiert ihr 100-jähriges Bestehen und meldet Erfolge. Wer die Großstädte hinter sich lässt, dem präsentiert die Partei gern, was die Kommunisten alles Gutes tun. So bewerten z. B. ausgewählte Parteidelegationen, wie es in den Dörfern um Sauberkeit bestellt ist, und wie die Bewohner bei ihren Nachbarn ankommen. Sterne werden verteilt, je mehr, desto besser – am Ende springt bei guten Benotungen schon mal ein günstiger Kredit heraus. Wer aber den Vorgaben der Dörfer nicht ausreichend folgt, bekommt weniger Sterne und wird öffentlich stigmatisiert. (Autor: Daniel Satra / ARD Studio Peking)
USA: Bitcoin-Boom und Klimafresser
In Dresden, einem kleinen Ort am Seneca See in New York State, wird die Uhr zurückgedreht. Ein fossiles Kraftwerk geht wieder ans Netz und bläst riesige Mengen CO2 in die Luft, saugt Fische ins Kühlwasser und erhitzt die ohnehin schon gestiegene Wassertemperatur weiter. Alles im Namen des Geldes. Die Firma Greenidge schürft dort Bitcoin, für ihren gigantischen Energiebedarf hat sie sich ein eigenes Kraftwerk gekauft. Ihre Server für das Bitcoin-Mining stehen direkt auf dem Gelände. Ein Trend, der sich in den gesamten USA abzeichnet, von Texas bis New York. Yvonne und ihre kleine Bürgerinitiative haben dem Bitcoin-Schürfern den Kampf angesagt – sie wollen die Klimaziele erreichen und Greenidge vertreiben, am liebsten aus ganz Amerika. (Autorin: Christiane Meier / ARD Studio New York)
Erklärstück Bitcoins (Autor: Philipp Wundersee)
Der Weltspiegel-Podcast zu diesem Thema:
Kryptowährungen – Hype oder gute Wertanlage?
Moderation: Janina Werner
Türkei: Angeln zum Überleben
Die Galata-Brücke ist ein weltberühmtes Fotomotiv. Ein Paradies für Hobby-Angler. Doch seit einigen Wochen halten sich dort besonders viele Angler auf. Denn viele Istanbuler haben in Corona-Zeiten ihren Job verloren. Nun hoffen sie auf den großen Fang, um die Fische dann auf Märkten zu verkaufen und so über die Runden zu kommen. Sie hoffen, dass der ein oder andere bald wieder in seinem alten Job eine Anstellung findet. (Autor: Oliver Mayer Rüth / ARD Studio Istanbul)
Australien: Neustart im Olivenhain
Die Pandemie hat den Prozess beschleunigt: Großstadt ade, der dreifache Vater Marton Gross sieht seine Zukunft auf dem Land. Zum Grundstück zählen fünf Hektar Olivenhain. An seiner Seite hat der Australier einen Mentor, der ihn in die Geheimnisse der Olivenzucht einweiht. Morgens kümmert sich der IT-Manager im Homeoffice um seine Geschäfte, nachmittags hält er sich im Olivenhain auf. Stadtflucht – kein Einzelfall. Die Pandemie ist ein Wendepunkt für Millionen Menschen auf der Welt. Für den Australier und seine Familie definitiv ein Gewinn. (Autorin: Sandra Ratzow / ARD Studio Singapur)
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