Wettbewerb Mühlenfließbrücke: Gewinnerentwurf steht fest

Das Preisgericht hat entschieden: Die Planungsgemeinschaften Schüßler-Plan / SSF Ingenieur und LAP / proVIA haben den Wettbewerb für den Entwurf der neuen Mühlenfließbrücke im Zuge der Autobahn A 10 Östlicher Berliner Ring bei Rüdersdorf (Märkisch-Oderland) gewonnen. Die Jury sieht in einer Kombination aus den Ansätzen beider Bieter das größte Potenzial für eine planerische und bauliche Umsetzung. Insgesamt hatte die Jury drei Entwürfe zu begutachten Die Preisgelder betragen 55.000 Euro für den geteilten zweiten Platz und 20.000 Euro für den dritten Platz.

Reiner Genilke, Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung: „Die Mühlenfließbrücke ist kein gewöhnliches Bauwerk. Sie ist die längste Brücke Brandenburgs. Sie verbindet über die Autobahn A 10 Berlin mit Brandenburg und beide Länder mit Europa. Deshalb ist es uns wichtig, dass die neue Mühlenfließbrücke dieser Bedeutung gerecht wird. Ich freue mich, dass es gelungen ist, dafür eine gute Lösung zu finden. Die neue Brücke wird ein modernes Bauwerk mit dem die Lärmimmissionen deutlich sinken werden. Davon profitieren die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer und insbesondere auch Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Rüdersdorf. Die Autobahn GmbH, die die Realisierung übernehmen wird, hat zugesichert, das Ergebnis des Realisierungswettbewerbs wie von der Jury ermittelt, umzusetzen.“

Sabine Löser, Bürgermeisterin der Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin:

„Für Rüdersdorf bei Berlin hat die Brücke eine enorme Bedeutung. Nicht nur, dass sie eine von zwei Autobahnbrücken ist, die den Ort durchschneiden und somit auch prägend für unsere Gemeinde sind. Sie ist auch eine wichtige Verkehrsader, von der wir profitieren. Für uns wird es besonders wichtig sein, dass der Bau ohne große weitere Einschnitte in die wertvolle Landschaft erfolgt und dass während der Bauarbeiten kein zusätzlicher Verkehr durch den Ort fließt. Für den Neubau ist es dann von größter Bedeutung, dass die Brücke die Lärmbelastung für die Menschen in Rüdersdorf deutlich senkt, damit das Leben mit der Brücke in Zukunft deutlich besser zu ertragen ist als bisher.“

Seit 1936 wird das Mühlenfließ von einer Brücke überspannt. Die ursprünglich vierspurige Fahrbahn, wurde in den neunziger Jahren auf sechs Spuren verbreitert und mit einer Lärmschutzwand ausgestattet. Gleichzeitig mussten die Übergänge zwischen Straße und Brücke (Widerlager) verbreitert werden. Die Pfeiler erhielten neue Auflagerbalken. Die Verblendung der alten Unterbauten wurde instandgesetzt.

Inzwischen sind Schäden an den Überbauten aufgetreten, deshalb soll die Brücke neu gebaut werden. Geplant wurde das Vorhaben vom Landesbetrieb Straßenwesen im Auftrag des Bundes. Die weitere Vorbereitung des Bauvorhabens übernimmt an 01.01.2021 die Autobahn GmbH des Bundes.

Aufgabe des Wettbewerbs war es, ein Bauwerk zu entwerfen, das in seiner Gesamtheit und in seinen Einzelbauteilen ästhetisch ansprechend gestaltet ist. Zugleich sollten neben der topographischen Lage, alle technischen, verkehrlichen, umweltfachlichen und baukulturellen Aspekte berücksichtigt werden. Die Unterbauten der alten Brücke stellen ein Zeugnis der Brückenbaugeschichte dar und sollen weiterverwendet werden.

Der Bau der neuen Brücke ist eine große Herausforderung, die mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. Das Bauwerk überführt in Rüdersdorf die Autobahn A 10 über das Mühlenfließ, Gräben, zwei Landesstraßen, eine Straßenbahnlinie, eine Anliegerstraße, einen Geh- und Radweg, ein Feuchtgebiet und Felder.

Die Mühlenfließbrücke ist mit 742 m Stützweite über 13 Felder die längste Brücke im Brandenburgischen Autobahnnetz. Die Gewinner werden jetzt mit der weiteren Planung beauftragt. Mit einem Baubeginn ist ab 2025 zu rechnen, die Kosten für das Vorhaben stehen noch nicht fest.

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