Wie die Poliklinik in den Westen kam – Einheitsjubiläum in Potsdam: Ausstellung zu 30 Jahre Entwicklungen im Gesundheitswesen

Unter dem Leitmotiv „Auf zu neuen Ufern“ präsentiert sich das Land Brandenburg vom 5. September bis zum 4. Oktober 2020 auf der 30-tägigen EinheitsEXPO zum Tag der Deutschen Einheit auf dem Alten Markt in Potsdam. In einem Ausstellungs-Kubus gibt der Bundesverband Medizinische Versorgungszentren (BMVZ) einen anschaulichen Überblick zu den deutsch-deutschen Entwicklungen im ambulanten Gesundheitswesen der letzten 30 Jahre. Das Brandenburger Gesundheitsministerium unterstützt diese Präsentation mit 20.000 Euro aus Lottomitteln.

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher: „Die Polikliniken waren das Rückgrat der ambulanten Versorgung in der DDR. Alle nötigen Angebote unter einem Dach – das war die Idee dieser Einrichtungen. Es ist vor allem dem Land Brandenburg zu verdanken, dass dieses erfolgreiche Konzept auch im wieder vereinten Deutschland Fuß fassen konnte. Darauf können wir stolz sein. Das ist Gesundheit ‚made in Brandenburg‘! Es ist toll, dass wir das auf der EinheitsEXPO den Gästen zeigen können. Die bessere Zusammenarbeit zwischen den Angehörigen unterschiedlicher Gesundheitsberufe ist auch das Konzept für die zukünftige Gesundheitsversorgung. Es ist ein sinnvoller und richtiger Weg, Krankenhäuser der ländlichen Grundversorgung zu modernen ambulant-stationären Gesundheitszentren auszubauen, die noch viel stärker mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie Einrichtungen der Rehabilitation und Pflege zusammenarbeiten.“

Der Ausstellungs-Kubus zeigt: Seit einigen Jahren sind in der ambulanten Versorgung mit den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und dem Einsatz nicht-ärztlicher Praxisassistenten Strukturen auf dem Vormarsch, die ganz bewusst an Erfahrungen des ostdeutschen Gesundheitswesens anknüpfen. In beiden Fällen war das Land Brandenburg Vorreiter und damit Ausgangspunkt für die Übernahme dieser modernen Versorgungsstrukturen in die bundesrepublikanische Regelversorgung. Die ambulante medizinische Versorgung in der DDR fand vor allem in Ambulatorien und Polikliniken statt. In der BRD waren solche kooperativen Modelle unbekannt – Zentrum der ambulanten Medizin war der niedergelassene Einzelarzt.

Mit Ausnahme einiger Polikliniken, die von der Brandenburger Landesregierung gezielt erhalten wurden, wurde das DDR-Modell während der Vereinigung zugunsten der Anpassung an die BRD-Strukturen aufgegeben und fand erst ab 2004 in einer Art Neuauflage in Form des sogenannten MVZ Eingang in die gesamtdeutsche Versorgungsrealität. Seitdem aber mit großer Dynamik.

Die Polikliniken können somit – wenn auch mit zeitlicher Verzögerung – als ein Erfolgsmodell der Vereinigung gelten, das seinen Ursprung im Land Brandenburg hat. Ihre Geschichte ist untrennbar mit dem Wirken von Regine Hildebrandt verknüpft, der entsprechend in der Ausstellung ein besonderer Platz eingeräumt wird.

Hintergrund

Der Bundesverband Medizinische Versorgungszentren – Gesundheitszentren – Integrierte Versorgung e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, in dem sich medizinische Einrichtungen und interessierte Unternehmen mit dem Ziel, Kooperationen in der ambulanten Gesundheitsversorgung zu fördern, zusammengeschlossen haben. Gegründet wurde er im Februar 1992 als VdGZ (Verband der Gesundheitszentren) in Potsdam, um den Kampf um den Erhalt der Polikliniken zu unterstützen. 2004 hat sich der Verband in BMVZ umbenannt. Seit 2007 hat er seinen Sitz in Berlin. Heute fördert der BMVZ bundesweit die ambulant-kooperative Versorgung zum Wohl der Patienten.

Internet: https://tag-der-deutschen-einheit.de/

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