Werbeanzeigen

„Wir werden besser“: Neue Sportausbildung kommt gut an

Augustdorf/Nordrhein-Westfalen, 09.08.2019.

Wie kommt das neue Sportkonzept in der Grundausbildung bei der Truppe an? Ist es zeitgemäß und richtig aufgebaut? Über diese und weitere Fragen hat Hauptmann Martin Waltemathe, Presseoffizier der Panzerbrigade 21 „Lipperland“, mit Ausbildern und Rekruten der Ausbildungsunterstützungskompanie 212 aus Augustdorf gesprochen.

Oberfeldwebel Kai Gelbhaar ist Ausbilder. Die Panzergrenadiere Immanuel Culucci, Tobias Krusch, Dominik Miettinen und Max Prinz zu Waldeck berichten über ihre Grundausbildung, die sie seit 1. Juli in der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne durchlaufen.

Wie kommt die Sportausbildung an?

Oberfeldwebel Kai Gelbhaar würde als Ausbilder gern das Sporttestprogramm in der Grundausbildung erweitern

Oberfeldwebel Kai Gelbhaar würde als Ausbilder gern das Sporttestprogramm in der Grundausbildung erweitern (Quelle: Bundeswehr/Chantal Gebel)Größere Abbildung anzeigen

Gelbhaar: Gut. Allerdings musste bereits nach kurzer Zeit die Einteilung der jeweiligen Leistungsgruppen korrigiert werden, damit die Rekrutinnen und Rekruten entsprechend ihrer individuellen Voraussetzungen gefördert werden können.

Culucci: Die sportlichen Herausforderungen fördern den Zusammenhalt innerhalb der Gruppen. Besonders positiv empfinde ich, dass die gegenseitige Motivation im Vordergrund steht.

Krusch: Am Anfang der Grundausbildung waren einige überfordert, da die Intensität der Sportausbildung ihrem Empfinden nach zu hoch angesetzt war. Jetzt, nach rund vier Wochen, kann ich eine klare Leistungssteigerung feststellen. Unsere Ausbilder motivieren uns gut und sind selber fit, also ein gutes Vorbild für uns.

Prinz zu Waldeck: Ich finde, es gibt zu wenig Theorieunterricht zu den einzelnen Trainingsbereichen. Ebenso wäre eine Laufschule angebracht, damit die richtige Atmung erlernt werden kann.

Ist die Sportausbildung zeitgemäß?

Gelbhaar: Das neue Ausbildungskonzept der Grundausbildung empfinde ich als zeitgemäß. Es steht nun nicht mehr der ständige Drill bis zur körperlichen Erschöpfung im Vordergrund. Neue Ansätze der Trainingslehre und wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, wie individuell auf die Bedürfnisse der Soldaten eingegangen werden kann. Dies steigert die körperliche Leistungsfähigkeit und hält die Motivation permanent hoch.

Ist sie richtig konzipiert?

Gelbhaar: Im Allgemeinen ist der Ansatz der Grundausbildung mit dem Schwerpunkt Sport zweckmäßig, um die Soldaten auf ein Mindestniveau körperlicher Leistung zu bringen. Allerdings fällt bereits bei der Einteilung in die Leistungsgruppen auf, dass der Basis-Fitness-Test (BFT) diesbezüglich ungeeignet ist. Der 1000-Meter-Lauf dient dazu, die Ausdauer zu bewerten. Der Klimmhang bemisst die Kraft und der Pendellauf die Koordination. Wird nach den Werten gegangen, die der BFT fordert, befinden sich dreiviertel der Soldaten in der leistungsstärksten Gruppe. Hierbei fällt schnell auf, dass die Leistungsgruppen nochmal umstrukturiert werden müssen, da die Einteilung auf Basis des BFT nicht der Realität entspricht.

Was würden Sie verbessern?

Gelbhaar: Um die Leistungsgruppe Ausdauer zu ermitteln, wäre ein Testverfahren wie der Cooper-Test passender. Dabei wird gemessen, welche Strecke der Läufer innerhalb von zwölf Minuten maximal schafft. Der Bereich Kraft könnte mit einer abgewandelten Form des Physical Fitness Test (PFT) gemessen werden, der bis 2009 bei der Bundeswehr üblich war. Zum PFT gehörten auch Sit-ups, Liegestütze und Standweitsprung. Insgesamt liegt der Fokus der Sportausbildung mehr auf dem BFT als auf den körperlichen Grundfertigkeiten eines Infanteristen.

Wie ist die Akzeptanz bei den Ausbildern und Auszubildenden?

Rekrut Dominik Miettinen interessiert sich besonders für die individuellen Sportprogramme

Rekrut Dominik Miettinen interessiert sich besonders für die individuellen Sportprogramme (Quelle: Bundeswehr/Chantal Gebel)Größere Abbildung anzeigen

Gelbhaar: Nach Empfinden der Ausbilder kommt das neue Sportausbildungskonzept auf den ersten Blick gut an. Nach einigen Ausbildungen ist allerdings aufgefallen, dass die Zeitansätze für den Sportanteil insgesamt zu gering sind, um diesen vernünftig auszuführen.

Miettinen: Wir Rekruten haben zu wenig Zeit um die Übungen vor- und nachzubereiten. Insgesamt habe ich großes Interesse an den individuellen Sportprogrammen. Viele von uns nehmen auch an den freiwilligen Weiterbildungen nach dem Dienst teil. Einige haben bereits Ausbilder um ein individuelles Training außerhalb des Dienstes gebeten.

Gelbhaar: Die Ausbilder merken, dass durch das kontinuierliche Training die körperliche Leistungsfähigkeit gesteigert wird. Dadurch wird es vermutlich weniger Ausfälle im Gefechtsdienst geben. Das werden wir weiter beobachten.

Blick auf einen Hallenparcours: An verschiedenen Stationen werden verschiedene Fertigkeiten trainiert

Blick auf einen Hallenparcours: An verschiedenen Stationen werden verschiedene Fertigkeiten trainiert (Quelle: Bundeswehr/Tobias Kompala)
Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: