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Woidke: Demokratie gegen alle Angriffe verteidigen – Scholz: Für Freiheit einstehen

Ministerpräsident Dietmar Woidke hat heute der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten für deren wichtigen Beitrag im Kampf gegen Demokratiefeindlichkeit und Menschenverachtung gedankt. „Mit ihrer Arbeit machen Gedenkstätten wie Sachsenhausen eindringlich bewusst, wie leicht demokratische Strukturen angegriffen werden können und dass es gerade in heutiger Zeit gilt, diese mit aller Kraft zu verteidigen“, sagte er bei einem gemeinsamen Besuch mit Vizebundeskanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz in der Gedenkstätte Sachsenhausen. Am Gedenkort „Station Z“ legten Woidke und Scholz in Erinnerung an die Opfer des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Kränze nieder.

 

Bei dem Rundgang wurden Woidke und Scholz vom Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Leiter der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen, Dr. Axel Drecoll, sowie von Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke begleitet.

 

Woidke mahnte eine verstärkte Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Rechtspopulismus an. „Wir müssen tagtäglich alles dafür tun, damit Hass, Ausgrenzung, menschenfeindliche Hetze, Antisemitismus und rassistische Gewalt keinen Platz in unserem Land haben.“  In der Gedenkstätte Sachsenhausen werde sehr deutlich, wohin Gewaltherrschaft, Antisemitismus und Rassenwahn führen.  „Wir dürfen das unsägliche Leid, dass die Nationalsozialisten über Millionen Menschen gebracht haben, niemals vergessen. Die Erinnerung an die Verbrechen und die Aufarbeitung der Vergangenheit bleiben über Generationen hinweg eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft. Mit dem Aufkommen des Rechtspopulismus hat sich auch der Auftrag unserer Gedenkstätten geändert. Wir brauchen eine Erinnerungskultur mit Bezug zur Gegenwart, so wie das jüngste Veranstaltungsformat der Stiftung ‚Debatte Brandenburg‘.“

Woidke weiter: „Mit uns wird es keine Geschichtsklitterung und 180-Grad-Wende der Geschichtsschreibung geben. Die Zeit des mordenden Nationalsozialismus als ‚Vogelschiss‘ zu bezeichnen, ist eine Beleidigung aller Opfer und Ausdruck größter Menschenverachtung.“

Scholz sagte: „Ein Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen führt das entsetzliche Leid vor Augen, das die NS-Verbrechen über die Welt gebracht haben. DieErinnerung an diese dunkle Zeit müssen wir wachhalten. Gerade in diesen Zeiten, in denen die Zahl rechter Gewalttaten zunimmt, ist es auch eine Mahnung an uns Demokratinnen und Demokraten, für unser Land und die Freiheit einzustehen und Gesicht zu zeigen.“

Drecoll sagte: „Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, die Fragen nach Ursachen und Strukturen, die den Zivilisationsbruch des Holocaust ermöglicht haben, sind ein wesentlicher Bestandteil unserer auf Demokratie, Toleranz und Menschenrechten basierenden Gesellschaft.Gedenkstätten wie Sachsenhausen sind daher nicht nur Orte des Gedenkens und historischen Lernens, sondern auch Orte der demokratischen Selbstvergewisserung undStärkung gegen jedwede Angriffe auf unser Gemeinwesen. In Zeiten, da die Grundfesten unserer Erinnerungskultur durch Verharmlosung und sogar durch Leugnung der NS-Massenverbrechen attackiert werden, gilt es daher, die Gedenkstätten bei ihrem Vermittlungsauftrag zu stärken.“

Beim Veranstaltungsformat „Debatte Brandenburg“ laden die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und ihre Gedenkstätten künftig regelmäßig an wechselnden Orten zu Diskussionen über aktuelle erinnerungspolitische Themen ein. Die erste Podiumsdiskussion stand unter dem Tenor „Erinnerungskultur und Rechtspopulismus. Wohin führt der Ruck nach rechts?“.

Im Konzentrationslager Sachsenhausen waren zwischen 1936 und 1945 mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Zehntausende Häftlinge kamen durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit, medizinische Versuche und Misshandlungen um oder wurden Opfer von systematischen Vernichtungsaktionen der SS.

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