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Woidke und Schulze: Brandenburg bestens aufgestellt für PtX-Kompetenzzentrum des Bundes

Das „Kompetenzzentrum für die nachhaltige Erzeugung und Nutzung von Power to X (Lausitz)“ und die damit verbundene Demonstrationsanlage sollen in Brandenburg angesiedelt werden. Das bekräftigten am Freitag Ministerpräsident Dietmar Woidke und Bundesumweltministerin Svenja Schulze bei einem Treffen mit Vertretern großer Unternehmen und Forschungseinrichtungen an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU). Woidke: „Es geht um das Gelingen der Energiewende und den Klimaschutz.“

Mit PtX (Power to X) werden strombasierte Brenn-, Kraft- und Grundstoffe bezeichnet. PtX-Technologien ermöglichen es, Stromüberschüsse, z. B. bei einem Überangebot erneuerbarer Energien aus Sonne oder Wind, zu speichern bzw. im Wärme- oder Verkehrsbereich zu nutzen. Die Errichtung eines PtX-Kompetenzzentrums samt Demonstrationsanlage ist als prioritäres Projekt im Bereich Forschung und Innovation im Eckpunktepapier zum Strukturstärkungsgesetz des Bundes verankert.

Woidke betonte, „Power to X“ passe perfekt zu und nach Brandenburg. In Prenzlau gibt es das weltweit erste Hybridkraftwerk, in Falkenhagen eine Power-to-Gas-Pilotanlage und an der BTU das Wasserstoff-Forschungszentrum. Die Sektorenkopplung samt PtX ist Teil der Energiestrategie 2030 des Landes. Brandenburg ist einer aktuellen Studie zufolge attraktiver Standort für die Wasserstoffwirtschaft.

Woidke: „Brandenburg ist bereit. Als Vorreiter-Land beim Ausbau der erneuerbaren Energien wollen wir eine klimaneutrale Wirtschaft unterstützen und ein Baustein zur Treibhausgas-Neutralität werden. PtX bringt hochwertige Arbeitsplätze für die Industrie-Energie-Region Lausitz und kurbelt die regionale Wertschöpfung an.“ Woidke dankte Bundesumweltministerin Schulze für ihren Einsatz, Kompetenzzentrum und Demonstrationsanlage in Brandenburg anzusiedeln.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze stellte das PtX-Aktionsprogramm ihres Hauses vor. „Power-to-X wird in Zukunft national und international einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Denn auf dem Weg in eine klimaneutrale Weltwirtschaft wird es nicht reichen, nur die Stromerzeugung auf erneuerbare Energien umzustellen. In einigen Bereichen kann man den Ökostrom direkt nutzen, etwa bei Elektroautos. In anderen Bereichen wird das schwierig bleiben, etwa bei Flugzeugen, Frachtern oder – prozessbedingt – in der Stahl-, Zement- oder Chemieindustrie. Hier werden strombasierte Brennstoffe zu einem wichtigen Ersatz für Kohle, Öl und Gas werden. Brandenburg soll diesen Veränderungsprozess aktiv mitgestalten und davon profitieren. Das Land bietet exzellente Voraussetzungen dafür. Deshalb wird das Bundesumweltministerium hier ein Kompetenzzentrum für die nachhaltige und klimafreundliche Entwicklung und Nutzung von PtX gründen.“

Bundesministerin Schulze nahm eine Gemeinsame Erklärung entgegen, in der führende Vertreter von BASF, Rolls Royce, der Lufthansa Group und Sunfire GmbH sowie die BTU Cottbus und das Deutsche Institut für Luft- und Raumfahrttechnik ihren Beitrag zur Erprobung und Einführung innovativer PtX-Technologien, zur Dekarbonisierung der Wirtschaft und zum Klimaschutzbekräftigen.

Prof. Dr. Christiane Hipp, Präsidentin der BTU Cottbus-Senftenberg: „An der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) wird schon seit 2012 – mit der Eröffnung des Wasserstoffzentrums – an PtX-Technologien gearbeitet. Auch bei den Flugantrieben hat die BTU mit mehreren Lehrstühlen auf dem Gebiet der Triebwerke eine langjährige und profilierte Forschungsrichtung. In der Kombination entsteht der geplante Schwerpunkt und unterstützt damit zukunftsfähige CO2-neutrale Mobilitätskonzepte.“

Dr. Colin von Ettingshausen, Kaufmännischer Geschäftsführer und Arbeitsdirektor BASF Schwarzheide GmbH: „Vor dem Hintergrund der erforderlichen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten bei Verfahren zur industriellen Wasserstoffelektrolyse, CO2-Abscheidung und -Verwendung sowie PtX begrüßt die BASF den Aufbau des PtX-Kompetenzzentrums in der Lausitz. Die wirtschaftliche Nutzung erneuerbarer Energien kombiniert mit der Entwicklung dieser neuartigen Verfahren eröffnet nicht nur für die Chemieindustrie, sondern auch für deren Industriekunden in den Wertschöpfungsketten weitreichende Chancen zur Erfüllung von sich schnell verändernden Kundenwünschen im Nachhaltigkeitssektor. Dies könnte die Attraktivität Lausitz als bevorzugter Investitionsstandort positiv prägen.“

Prof. Dr. Uwe Riedel, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt: „Eine PtX-Demoanlage ist ein wichtiger Schritt hin zur Markeinführung von synthetischen Treibstoffen. Der ‚DLR Fuels Preselection Process®‘ für die Bewertung und Optimierung von Eigenschaften gewährleistet eine zielstrebige Entwicklung und Zertifizierung von zukunftsträchtigen neuen Treibstoffen für eine nachhaltige und emissionsfreie Mobilität und Energieversorgung. Auch die Eignung von Treibstoffen zur Sektorenkopplung kann bewertet werden.“

Nils Aldag, CCO und Co-Founder Sunfire GmbH: „Leuchtturm-Projekte wie das PtX-Kompetenzzentrum mit einer Demonstrationsanlage in industrieller Größe sind wichtig, um der Technologie die nötige öffentliche Sichtbarkeit zu verschaffen, die Markeinführung durch zählbare Nachfrage zu unterstützen und deutsche Technologie- und Marktführerschaft in diesem weltweit vielversprechenden Markt sicherzustellen. Das PtX-Unternehmen Sunfire als Technologie- und Marktführer im Bereich der Hochtemperatur-Elektrolyse unterstützt daher das Vorhaben der Landesregierung und des Bundesumweltministeriums, das Kompetenzzentrum in der Energieregion Lausitz anzusiedeln.“

Dr. Petar Pelemis, Executive Vice President Konzernstrategie & Produkt Management RollsRoyce:„Mit Strom aus generativen Quellen hergestellte Power-to-X-Kraftstoffe können fossile Kraftstoffe für Kolbenmotoren und Flugzeugturbinen ersetzen. Das heißt: Wir elektrifizieren das Gesamtsystem inklusive Kraftstoff statt die Antriebsmechanik. Power to X unterstützt unsere Umwelt und Green- und Hightech-Strategie, also die Dekarbonisierung der Antriebssysteme und der Energieerzeugung. Denn diese Kraftstoffe sind umweltfreundlich und so gut wie klimaneutral einsetzbar.“

Dr. Kay Lindemann, Leiter Konzernpolitik der Lufthansa AG und Bevollmächtigter des Vorstands: „Wir unterstützen seit vielen Jahren die Entwicklung von nachhaltigen, alternativen Kraftstoffen. Die Power to Liquid-Technologie ist für den Luftverkehr zentral, denn sie bietet eine realistische Option für CO2-neutrales Fliegen. Damit synthetische Kraftstoffe marktreif werden, müssen rasch Produktionskapazitäten aufgebaut werden. Dazu braucht es eine kraftvolle politische Unterstützung und starke Initiativen wie diese, die wir hier auf den Weg bringen.“

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