Woidke zeichnet Manfred Butzmann mit „Ehrenpreis des Ministerpräsidenten für ein Lebenswerk“ aus – Brandenburgische Kunstpreise vergeben

Im Rahmen der Verleihung der 17. Brandenburgischen Kunstpreise auf Schloss Neuhardenberg zeichnete Regierungschef Dietmar Woidke den Potsdamer Künstler Manfred Butzmann mit dem „Ehrenpreis des Ministerpräsidenten für ein Lebenswerk“ aus. Er würdigte Butzmann als Künstler und Aktivisten, „der sich kritisch und mutig in gesellschaftliche Belange einmischt und mit seinen Werken unterstreicht, wie sehr wir Heimatliebe und Zivilcourage, Umweltschutz und Denkmalpflege, Menschlichkeit und Miteinander brauchen“.

Woidke dankte den Veranstaltern, Organisatoren und der Jury des traditionellen Kunstpreises: „Dieser Preis hat eine große Bedeutung für Brandenburgs bildenden Künstlerinnen und Künstler – und eine starke Wirkung sowohl in die Szene wie auch in die breite Öffentlichkeit. Der Stiftung Schloss Neuhardenberg ist zu danken, dass hier ein etablierter und vortrefflicher Ort der Kunst gewachsen ist. Es ist ein großes Glück und eine starke Botschaft, dass es den Organisatoren gelungen ist, den Wettbewerb und die Preisverleihung trotz der Pandemie durchzuführen. Dafür großer Dank und Glückwunsch.“

In seiner Rede würdigte er auch die weiteren fünf Preisträger (siehe nachfolgend) und ging zugleich auf die Besonderheiten des Jahres ein: „2020 steht nicht nur im Zeichen unseres Kampfes gegen die Corona-Pandemie. 2020 ist auch ein Gedenk- und Jubiläumsjahr. Heute vor genau 75 Jahren beendeten die Siegermächte im Schloss Cecilienhof die Potsdamer Konferenz. Und die mit dem Potsdamer Abkommen begründete Teilung Deutschlands ist vor 30 Jahren überwunden worden. Den 30. Jahrestag der Deutschen Einheit begehen wir in diesem Jahr in Potsdam. Unser neu gegründetes Land Brandenburg hat sich sehr gut entwickelt. Wir haben Grund zur Freude. Zugleich sind und bleiben wir aber verantwortlich dafür, Frieden und Menschlichkeit, Freiheit und Demokratie zu bewahren sowie für soziale Gerechtigkeit, den Schutz unserer Umwelt und für eine lebenswerte Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder einzutreten. Also Verantwortung tragen.“

Mit einem solchen Verantwortungsbewusstsein lebe und arbeite Manfred Butzmann, sagte Woidke und fügte an den Ehrenpreisträger gerichtet hinzu: „Ihr privater Lebensweg und ihr künstlerischer Werdegang sind nicht ohne die Zeitgeschichte zu verstehen. Als Künstler und kritischer und mutiger Bürger haben Sie sich ihr Leben lang in gesellschaftliche Belange eingemischt. Seit langem setzen Sie sich mit den Themen Heimat und Heimatkunde auseinander. Dabei führen Sie uns mit Ihren Plakaten, Grafiken oder Aquarellen vor Augen, wie sehr wir Heimatliebe und Zivilcourage, Umweltschutz und Denkmalpflege, Menschlichkeit und Miteinander brauchen. Eindringlich und nachdrücklich haben Sie vor einigen Jahren an die friedliche Revolution und den gesellschaftlichen Umbruch erinnert. Als Bürgerrechtler und Zeitzeuge sind Sie der Frage nachgegangen, was jede und jeder von uns bewirken kann – mit Kunst, mit Leidenschaft, mit Engagement. Sie haben als Künstler, als Bürger, als Mensch Großartiges geleistet.“

Über den Brandenburgischen Kunstpreis:

Der Brandenburgische Kunstpreis wird von „Märkischer Oderzeitung“ und Stiftung Schloss Neuhardenberg verliehen. Bisher haben mehr als 3.000 Künstlerinnen und Künstler teilgenommen. Preisträger bei der 17. Auflage sind:

  • Carola Kirsch, Kategorie Grafik
  • Johannes Heisig, Kategorie Malerei
  • Marquerite Blume-Cardenas, Kategorie Plastik
  • Ingar Krauss, Kategorie Fotografie

 

Über den Nachwuchsförderpreis für Bildende Kunst der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur freute sich Larissa Rosa Lackner.

Über Manfred Butzmann:

Geboren im Jahr 1942 in Bornim bei Potsdam, wuchs Manfred Butzmann die ersten Jahre in Sachsen-Anhalt auf. Ab 1955 ging er in Potsdam zur Schule und nahm bereits Zeichenunterricht. Nach dem Abitur 1961 machte er eine Ausbildung zum Offsetretuscheur und arbeitete im Malzirkel von Magnus Zeller in Caputh. Anschließend studierte Butzmann Grafik an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und arbeitete dort später auch als Gastdozent. Mit seiner Frau und drei Töchtern lebte Butzmann in Berlin-Pankow. Ab 1970 arbeitete er freischaffend als Grafiker und Buchillustrator. Ab 1977 schuf er Druckgrafiken und Aquarelle, Fotoplakate und Postkarten. Eine besondere Vorliebe gilt sogenannten Abreibungen. Dabei überträgt er die Steinstrukturen auf Papier.

1989/90 arbeitete er im Untersuchungsausschuss zu den polizeilichen Übergriffen am 7. und 8. Oktober 1989 in Berlin mit. Danach arbeitete er an mehreren Projekten. 1991 erhielt er den Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste, 1993 den dritten Preis für seinen Entwurf für ein Mahnmal zur Bücherverbrennung in Berlin und 1999 die Ferdinand-von-Quast-Medaille des Berliner Landesdenkmalamtes. Das Bundesverdienstkreuz am Bande erhielt er am 26. November 1993.

Seit 2007 lebt und arbeitet Manfred Butzmann wieder in Potsdam-Bornim.

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