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„ZDFzeit“-Doku zur Kriminalgeschichte der BRD in vier Fällen

Vier Jahrzehnte und vier Verbrechen, die Westdeutschland geprägt haben, rücken im ZDF am Dienstag, 19. Mai 2020, 20.15 Uhr, in den Blick: Die „ZDFzeit“-Doku „Die großen Kriminalfälle der Bundesrepublik – Morde, Moral, Machtmissbrauch“ beleuchtet vier Mord- und Tötungsdelikte, die die Stimmung ihres jeweiligen Jahrzehnts spiegeln: den Mord an Rosemarie Nitribitt in den 50er-Jahren, den Fall des Serienmörders Jürgen Bartsch in den 60er-Jahren, die Ermordung des V-Mannes Ulrich Schmücker in den 70er-Jahren und die Selbstjustiz von Marianne Bachmeier im Gerichtssaal im Jahr 1981.

Als spektakulärster Fall der prüden 50er-Jahre gilt der Mord an der Prostituierten Rosemarie Nitribitt. Sie wurde am 1. November 1957 tot in ihrer Frankfurter Wohnung aufgefunden – ihre Kunden waren gut betuchte Herren der Wirtschaftselite. Die Polizei ermittelte äußerst diskret – und der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt.

Am 21. Juni 1966 wurde in Wuppertal der 19-jährige Jürgen Bartsch verhaftet – er hatte vier Jungen in eine Höhle gelockt und dort auf grausame Art getötet. Die Boulevardpresse bezeichnete ihn als „Bestie“. Welche Rolle spielten seine eigene Kindheit und die Erziehungsmethoden der 60er-Jahre? Warum wurde er zu dem, der er war?

In den 70er-Jahren sorgte der Mord an dem Studenten Ulrich Schmücker für Aufsehen – er war am 5. Juni 1974 im Berliner Grunewald erschossen aufgefunden worden. Schmücker kam aus der linken Szene, hatte Kontakt zur linksextremistischen „Bewegung 2. Juni“ und kehrte nach seiner Haft wegen eines versuchten Anschlags als V-Mann in die linke Szene zurück. Für die Mordermittler lag zunächst nahe, dass Schmückers Tätigkeit aufflog, und er als Verräter sterben musste. Doch dann stellte sich vermehrt die Frage: Was hatte der Verfassungsschutz mit dem Mord zu tun? Der Schmücker-Prozess, der den Mord aufklären sollte, entwickelte sich zum längsten Strafprozess in der Geschichte der Bundesrepublik und wurde nach 15 Jahren 1991 eingestellt.

Schüsse im Gerichtssaal machten in den 80er-Jahren Marianne Bachmeier bundesweit bekannt: Am 6. März 1981 erschoss sie in einem Lübecker Gerichtssaal den Mann, der ihre Tochter missbraucht und ermordet haben sollte. Zunächst wurde sie von den Boulevardmedien als selbstlose Rächerin bejubelt. Als jedoch immer mehr Details über ihr Familienleben bekannt wurden, änderte sich der Blick – und aus Marianne Bachmeier wurde eine überforderte „Rabenmutter“.

In der „ZDFzeit“-Doku kommen unter anderen zu Wort: Strafrechts-Historiker Professor Arnd Koch, die forensische Psychiaterin Nahlah Saimeh, der Bundesinnenminister der Jahre 1978 bis 1982, Gerhart Baum, Historikerin Kerstin Brückweh, Historiker und Journalist Mirko Drotschmann sowie Nitribitt-Buchautor Christian Steiger.

„Die großen Kriminalfälle der Bundesrepublik – Morde, Moral, Machtmissbrauch“ sendet das ZDF erneut am Mittwoch, 20. Mai 2020, 1.50 Uhr. In der ZDFmediathek ist der Film von Bernd Reufels ab Dienstag, 19. Mai 2020, 9.00 Uhr, zu sehen. Bereits am 12. Mai 2020 hatte „ZDFzeit“ über „Mysteriöse Kriminalfälle der DDR“ berichtet – die Doku ist in der ZDFmediathek abrufbar.

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