Zwischenbilanz gemeinsamer Hilfe aus dem Norden

#Kiel/#Windhagen(Rheinl.-Pfalz) (ots)

 

Rund 170 ehrenamtliche THW-Einsatzkräfte aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig Holstein sind in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, um dort zu helfen. Aktuell sind 34 der 57 Ortsverbände unseres Landesverbandes dem Einsatz beteiligt. Die Einheiten sind bisher bei folgenden Tätigkeiten beteiligt gewesen: Erkundung, Baufachberatung, Räumung, Bergung, Ö-Arbeit, PSNV, Führung von Einsatzeinheiten, Instandsetzung von Geräten und Fahrzeugen sowie Einrichtung der Bereitstellungsräume.

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Folgende Leistungen sind in Planung: Räumung, Bergung, Instandsetzung von Geräten und Fahrzeugen, Führung von Einsatzeinheiten, Einrichtung und Betrieb der Bereitstellungsräume (Nürburgring und Windhagen) sowie Baufachberatung.

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Ein besonderer Fokus aus norddeutscher Sicht liegt auf dem gemischten Einsatzverband aus Schleswig-Holstein, der jetzt auch in der zweiten Woche effektiv hilft. Bei der Personalablösung am vergangenen Wochenende hat das Technische Hilfswerk insbesondere die Räumkomponente um weiter Großgeräte der Fachgruppen Räumen aus Eutin und Preetz verstärkt.

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Diese Zusammenstellung, die eine hohe autonome Einsatzbandbreite gewährleistet, konnte bei diesem Einsatz komplette Einsatzabschnitte übernehmen. Bei einem zweistündigen Besuch im Bereitstellungsraum Windhagen am vergangenen Wochenende war THW-Vizepräsidentin Sabine Lackner von diesem gemischten Einsatzmodul sehr begeistert.

Zu dem Verband gehören aber auch neben den THW- und Feuerwehrkräften auch die Sanitäts- und Rettungsorganisationen.

„Wir arbeiten hier wie eine Familie eng zusammen“, konstatiert Stephan Vogt von der Johanniter-Unfall-Hilfe zum gemeinsamen Sanitätsdienst der verschiedenen Hilfsorganisationen. Im Abschnitt Sanität leisten 53 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes, DLRG, der Johanniter-Unfall-Hilfe, des Malteser Hilfsdienstes und des Arbeiter-Samariter-Bundes wichtige Arbeit für die Bevölkerung sowie Einsatzkräfte vor Ort. Erleichterung herrschte bei den Sanitätern, als sie ein schon mehrere Stunden vermisstes 90-jähriges Ehepaar wiedergefunden haben. Beide hatten kaum noch Lebensmittel und aufgrund von zerstörten Brücken über die Ahr keine Möglichkeit, um zu Nahversorgungsgeschäften zu gelangen. Daher begleiteten die Sanitäter die betagten Eheleute zum Einkaufen und nahmen für sie Kontakt zu ihren Angehörigen auf. Von den rund 700 Einsatzkräften aus Schleswig-Holstein sind alleine 112 Einsatzkräfte der Logistik- und Betreuung von DRK, DLRG, Freiwilligen Feuerwehren Plön und Rendsburg-Eckernförde, Arbeiter-Samariter-Bund und Malteser Hilfsdienst, THW zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger, aber auch die Einsatzkräfte aktiv. Nach zehn Tagen ohne elektrische Versorgung versorgten die Logistik- und Betreuungseinheiten aus Schleswig-Holstein die Menschen in der Gemeinde Schuld mit 1.500 warmen Mahlzeiten. Dort wurden hierzu eigens zwei Betreuungseinheiten fest installiert. Florian Kutzke, Einheitsführer der SEG Versorgung ist vor Ort: „Es ist zwar stressig, aber total erfüllend. Wir haben das Gefühl, hier wirklich gebraucht zu werden.“ Teilweise wird die Bevölkerung auch in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit Essen versorgt.

Das Technische Hilfswerk (THW) unterstützt die Aufräumarbeiten mit schwerem Gerät und zahlreichen ehrenamtlichen Einsatzkräften. Schuttberge, zerstörte Fahrzeuge und Trümmer wurden durch die Fachgruppe Räumen und die Fachgruppe Wassergefahren zu zentralen Müllplätzen in der Stadt transportiert. Mit Radlader und Bagger wurden die THW-eigenen Lkw-Kipper beladen. So konnte der Unrat, den die zahlreichen Helfer aus den Häusern brachten, abtransportiert und Straßenzüge freigehalten werden.

Die Beseitigung der gravierenden Schäden in einem Seniorenheim in Bad Neuenahr durch Einsatzkräfte des Landkreises Stormarn wurde abgeschlossen. Die Einsatzkräfte aus den Landkreisen Pinneberg und Schleswig-Flensburg sind in Sinzig aktiv, um dort bei der ABC-Erkundung in einem Unternehmen zu unterstützen und im Ort Schäden zu beseitigen sowie Hilfe zu leisten. In der stark beschädigten Wache der Freiwilligen Feuerwehr in Ahrweiler leisteten die Feuerwehren aus Rendsburg-Eckernförde Aufräumarbeiten und zogen zudem ein Autowrack aus der Ahr. „Die Dankbarkeit der Menschen in der Region zeigt, dass unsere Hilfe ungemein wichtig ist“, betont der Leiter des Mobilen Führungsstabes, Carsten Herzog von der Berufsfeuerwehr Flensburg.

Hintergrund-Informationen: Seit dem 21. Juli 2021 sind rund 700 Einsatzkräfte aus Schleswig-Holstein in Rheinland-Pfalz vor Ort, um Hilfe im Hochwassergebiet zu leisten. Mit 170 Fahrzeugen, Kfz-Werkstatt, Versorgungs- und Sanitätseinheiten sowie Dekontaminationsstrecke zur Reinigung der Einsatzbekleidung sind die Einsatzkräfte in Windhagen untergebracht. Der Bereitstellungsraum Windhagen ist nach dem Nürburgring (zeitweise bis zu 6.000 Einsatzkräfte) der zweitgrößte in Rheinland-Pfalz. Die Helferinnen und Helfer sind ausgebildete Einsatzkräfte aus den Bereichen Katastrophenschutz, Feuerwehr und Hilfsorganisationen. Dazu gehören Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), Malteser Hilfsdienst, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH). Zudem ist ein 14-köpfiges Team der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) vor Ort, das sowohl für Helfer und Bevölkerung zur Verfügung steht.

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Das THW ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit knapp 80.000 Freiwilligen, davon die Hälfte Einsatzkräfte, ist die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinem Fachwissen und den vielfältigen Erfahrungen ist das THW gefragter Unterstützer für Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und andere. Das THW wird zudem im Auftrag der Bundesregierung weltweit eingesetzt. Dazu gehören unter anderem technische und logistische Hilfeleistungen im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von UN-Organisationen.

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