„Schneeglöckchen – schön, aber giftig“

Es gibt sie, die Chaoten. Beim Spaziergang wird hier gebuddelt und da gewühlt, und was nicht niet- und nagelfest ist, wird gefressen. Der Hundebesitzer ist zwar bemüht, dies zu unterbinden, doch leider oft erfolglos. So geschieht es auch, dass Blumenzwiebeln im Hundemagen landen, obwohl sie hier natürlich nicht hingehören.

Frau Dr. Tina Hölscher von aktion tier e.V. dazu: „Sehr viele Blumenzwiebeln sind für Tiere stark giftig!“ Schnee- und Maiglöckchen, vor allem aber auch Narzissen und viele andere mehr, können bei Hunden üble Vergiftungssymptome auslösen. Hierzu gehören Durchfall, Herzrhythmusstörungen, Atemnot, Speicheln, Pupillenweitstand, Krämpfe oder eben sogar der Tod durch Herzstillstand. Ein echtes Gegenmittel gibt es nicht. Bemerkt der Tierbesitzer den Verzehr von Schneeglöckchen beziehungsweise deren Zwiebeln, sollte er schnell eine Tierarztpraxis aufsuchen. Dort kann dem Hund ein Präparat injiziert werden, das Erbrechen auslöst. So verlässt das Gift den Tierkörper, ohne dass es dort Schaden anrichten kann. Dies funktioniert allerdings nur zwei Stunden nach dem Verschlucken der Pflanzenteile. Vergeht mehr Zeit, kann nur noch symptomatisch behandelt werden.

„Der Tierbesitzer kann seinem Hund bei einem Vergiftungsverdacht zudem Aktivkohle verabreichen“, beschreibt die Veterinärin eine Maßnahme, die der Tierhalter selbst vornehmen kann. Die Kohle bindet Toxine im Darm und verhindert die Aufnahme in den Körper. „Allerdings wird die von den meisten Leuten viel zu niedrig dosiert“, berichtet sie. Pro Kilogramm Körpergewicht des Hundes muss ein ganzes Gramm Kohle verabreicht werden, damit das Präparat seine Wirkung überhaupt entfalten kann. In der Regel werden die Tabletten in einer Stärke von 250 mg verkauft. „Das bedeutet, dass ein Hund mit 30 Kilogramm Körpergewicht 120 Tabletten untergejubelt bekommen muss, soll die Kohle wirklich helfen“, führt die Tierärztin aus.

Besser, der Besitzer passt auf, dass keine Schneeglöckchen ausgebuddelt und verspeist werden. Ist der Hund (ggf. mit Hilfe eines Hundetrainers) noch nicht in dem Trainingszustand, dass sich der Halter darauf verlassen kann, dass Gefundenes entweder bei ihm getauscht oder keinesfalls gefressen wird, ist die Nutzung eines gut sitzenden und positiv auftrainierten Maulkorbs mit Fressschutz als temporäre Managementmaßnahme empfehlenswert.

Weitere Informationen bei:

Dr. med. vet. Tina Hölscher
Tierärztin bei aktion tier – menschen für tiere e.V.
Mobil: +49 177 245 11 98
E-Mail: tierarzt@aktiontier.org

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