Türkische Familie mit elf Monate altem Kind tagelang auf Ladefläche

#Kiefersfelden (A93) / Rosenheim (ots)

 

Türkische Familie mit Baby in der Nacht an Autobahn-Rastanlage ausgesetzt – Bundespolizei ermittelt gegen unbekannten Lkw-Schleuser

Ein Lkw-Fahrer soll eine türkische Familie mit einem Baby tagelang auf der Ladefläche seines Aufliegers befördert haben. Von Freitag auf Samstag (3. Dezember) hat er sie dann offenbar an einer Autobahn-Rastanlage bei Kiefersfelden ausgesetzt. Da die Migranten dort längere Zeit herumstanden und einen orientierungslosen Eindruck machten, haben Zeugen die Bundespolizei zur Hilfe gerufen. Die verständigten Beamten nahmen die zwei Erwachsenen und das Kind in Gewahrsam. Inzwischen richten sich die Ermittlungen gegen den unbekannten Schleuser, der die höchst gefährliche Beförderung sowie die Absetzung in der Nacht zu verantworten hat.

Nach ersten Erkenntnissen der Rosenheimer Bundespolizei forderte der Fahrer eines Lastkraftwagens die Familie an der Tank- und Rastanlage Inntal Ost mitten in der Nacht unvermittelt auf, die Ladefläche zu verlassen. Anschließend sei er mit seiner weißen Zugmaschine und dem Auflieger mit dunkler Plane davongefahren. Er habe die drei Personen schlicht zurückgelassen. Ihre Pässe, die er ihnen vor Beginn der Fahrt abgenommen haben soll, gab er ihnen offenkundig nicht mehr zurück. Jedenfalls konnten sich die 25-jährige Frau und der 29-jährige Mann den Bundespolizisten gegenüber nicht mehr ausweisen. Sie wurden zur Bundespolizeiinspektion nach Rosenheim gebracht und in der Dienststelle zunächst versorgt. Eigenen Angaben zufolge stammen sie aus der Türkei. Sie seien mit ihrem elfmonatigen Kind über Serbien nach Bosnien geflohen. In Zagreb hätten sie sich dem Schleuser anvertraut, der sie auf der Ladefläche vier Tage lang mitgenommen habe. Ihre Papiere mussten sie ihm aushändigen. Diese habe er zerrissen und vernichtet. Nähre Angaben zum Fahrer beziehungsweise zum Lastkraftwagen konnten oder wollten die beiden erwachsenen türkischen Staatsangehörigen nicht machen. Da sie auf Nachfrage hin erklärten, dass es ihnen nicht auf Schutz oder Asyl in Deutschland ankäme, wurden sie zusammen mit ihrem Kind den österreichischen Behörden zugeleitet.

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