„ttt – titel thesen temperamente“ (hr) am Sonntag, 20. November 2022, um 23:05 Uhr

München (ots)

 

Die geplanten Themen:

Iran – die mutige Entscheidung der Frauen

Zwei Monate dauern die Demonstrationen im Iran schon an gegen das islamische Regime – und das trotz Folter und ersten durchgeführten Exekutionen. Vor allem Frauen gehen auf die Straße, um für ihre Freiheiten zu kämpfen. Offen reden können allerdings nur diejenigen, die vom Ausland aus die Proteste verfolgen.

So wie Liraz Charhi, die israelische Sängerin mit iranischen Wurzeln, die 2022 unter größter Gefahr sich mit iranischen Musikerinnen traf und heimlich in einem Untergrundstudio in Istanbul das Album „Roya“ aufnahm, eine Phantasie von Freiheit für die iranischen Frauen, wie Liraz sagt. Ihre Entscheidung, nur noch auf Persisch und für den Kampf der Frauen im Iran zu singen und zu schreiben, habe sie „geheilt“, sagt sie.

Donya Madani, ist eine bekannte Schauspielerin im Iran. Sie drehte ohne Lizenz einen kritischen Kurzfilm. Als sie damit zu den Filmtagen nach Hof eingeladen wurde und ausreisen wollte, wurde sie festgehalten, ihr Pass kurzfristig eingezogen und man sagte ihr, es gebe eine Akte, sie werde schon lange beobachtet. Das war der Punkt, an dem sie entschied, nicht mehr zurückzukehren. Sie nahm in Hof das Kopftuch ab, sprach unverschleiert, was ihr Film eigentlich kritisiert und darüber, dass im Iran Mädchen ins Gefängnis kommen und vergewaltigt werden, Schulmädchen erschossen werden, viele Künstler verschwunden sind und nicht hunderte, sondern tausende bei den Demonstrationen schon erschossen wurden. Donya Madani hat sich entschieden, keine Angst mehr zu haben und jetzt aus dem Ausland eine Stimme der Frauen und des Protests zu sein.

„ttt“ hat Donya Madani in Deutschland getroffen, drei Wochen nach ihrer Entscheidung, ihr altes Leben aufzugeben um zu kämpfen. Und „ttt“ hat Liraz während eines Konzerts ihrer Welttournee besucht und mit ihr über die Kraft der Musik gesprochen und darüber, was es ihr bedeutet, mit iranischen Musikerinnen und Musikern zusammen die Songs eingespielt zu haben, die jetzt bei den Protesten gespielt werden. Zwei beeindruckende starke Frauen.

Beitrag: Mandana Bareh Foroush

Warum die Krise der US-Demokratie noch nicht gebannt ist

Nun ist es offiziell: Donald Trump möchte 2024 erneut Präsident werden. Und das, obwohl seine Kandidaten für die Midterms deutlich schlechter abgeschnitten haben als erwartet und sein Rückhalt in der Partei bröckelt. Dass bei den Kongress-Zwischenwahlen ein Erdrutschsieg der Republikaner, als auch der prophezeite Untergang der Demokraten ausgeblieben ist, sei ein Sieg der Vernunft, sagt der Journalist und Pulitzerpreisträger Evan Osnos. Dennoch sei die Gefahr für die US-amerikanische Demokratie nicht gebannt. Als langjähriger China-Korrespondent des „New Yorker“ kehrte er zurück nach Washington, kurz bevor das Kapitol erstürmt wurde und fragt sich in seinem Buch „Mein wütendes Land“, wie es so weit kommen konnte.

Auch die Finanzexpertin und Rechtsanwältin Sandra Navidi hat einen besonderen Blick auf ihre Wahlheimat USA: Die deutsche Buchautorin machte als Wirtschaftsprüferin an der Wallstreet Karriere und warnt seit Jahren vor faschistischen Tendenzen in den USA und davor, dass die Gewaltenteilung in der ältesten Demokratie der Welt ihre Aufgabe nicht mehr voll erfülle. In ihrem Buch „Die DNA der USA“ beschreibt sie, dass die amerikanische „Alles-ist-möglich-Kultur“ auch dazu verleite, eigene (Fake-)Realitäten zu gestalten.

„ttt“ hat mit Sandra Navidi und Evan Osnos über die Situation in den USA gesprochen – und darüber, wie weit das Land entfernt sei von einem Abdriften in die Autokratie.

Beitrag: Katja Deiß

„Healing“- Kunstwerke, die die Welt wieder ins Gleichgewicht bringen wollen

Der Künstler Alejandro Durán sammelt Plastikmüll aus dem Meer, macht aus dem Abfall der Welt wunderschöne großformatige Fotos. Klima und Umwelt brauchen ein Healing, Durán stößt uns darauf mit seinem Kunstwerk. Auch der Mensch braucht ein Healing, seine Beziehung zur Natur ist krank, in der Verbindung mit der Natur liegt das Healing. Besonders indigene Gesellschaften fordern es ein in unterschiedlichen Kontexten: Regenwald, Geschichte, Kolonisation, Sklaverei. Die Ausstellung „Healing“ im Frankfurter Weltkulturen Museum bringt internationale Künstler mit den hauseigenen ethnologischen Exponaten indigener Kulturen zusammen und zeigt muliperspektivisch, wie Heilung gelingen kann.

„ttt“ hat einige Künstler:innen wie Alejandro Durán, Michael O´Neill und Roberta Carvalho getroffen.

Beitrag: Agata Pietrzik

Queerness im Metal – Wie das harte Musikgenre diverser wurde

Metal ist laut, schnell, hart. Aber geht es deswegen bei dieser Musik einfach nur um primitive Wut, Macht und Mackertum? Die wirklich großen Metal-Bands nutzen die Härte ihrer Songs, um ihre eigene Zerbrechlichkeit auszustellen. Metal ist und war auch schon immer eher der Sound der Underdogs, der Ohnmächtigen, der Am-Rande-des-Schulhofs-Steher. Und somit auch der queeren Community.

„ttt“ spricht mit Gaahl und Roddy Bottum über Männlichkeitsbilder, Härte und die Queerness im Metal.

Beitrag: Andreas Krieger

Moderation: Siham El Maimouni

„ttt – titel thesen temperamente“ ist am Sendetag ab 20:00 Uhr in der ARD-Mediathek verfügbar.

Im Internet unter www.DasErste.de/ttt

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